Mini Queer Zine-Fest Haul PT. I

19 Sep IMGP5058

Vor knapp zwei Wochen fand im FAQ in Neukölln das Mini Queer Zine-Fest statt, wo ich nicht nur mein erstes größeres Zine ausgestellt und verkauft habe, sondern auch viele tolle Hefte mitgenommen habe. Nach und nach möchte ich euch meine Ausbeute zeigen und kurz rezensieren. Teil 1 beginnt jetzt.

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Warum ich mir vorstellen könnte, mich auch mal als Bi-Ally zu positionieren

9 Sep

Nachgetragener Vorspann: Dieser Text ist nicht aus einer lesbischen, sondern einer queer_feministischen Perspektive heraus geschrieben. Das bedeutet, dass es nicht in meinem Interesse liegt, irgendwelche Zugehörigkeiten zu bestimmen oder darüber zu urteilen, wer sich wie labeln soll. Ob eine Person “zu hetero”, “nicht bi” oder nicht lesbisch genug” ist, darüber habe ich nicht zu urteilen und will es auch nicht. Ich argumentiere auf einer anti-identitären Ebene. In der geht es darum, die Priorisierung von Cismännern in cisheterosexuellen, teils polygamen Beziehungen zu hinterfragen. Es geht um einen problematischen Umgang mit Privilegien, die vorhanden sind, selbst wenn sie nicht immer präsent sind. Lediglich der Umgang mit Unachtsamkeit hinsichtlich der unterschiedlichen Machtgefälle innerhalb der unterschiedlichen Beziehungen – einer Sache, die meinen eigenen Erfahrungen nach zu Teilen besteht – wird kritisiert. Ich schreibe auch aus der Perspektive einer Person, die sich selbst eine Zeit lang bisexuell verortet hat, aber es nicht mehr tut, weil “bisexuell” nicht umfassend genug ist.

Für die einen ist es ein konstruierter Mythos, für die anderen exkludierende Realität: Bifeindlichkeit. Es fühlt sich an, als wäre Bisexualität ein schwieriger Knackpunkt in verschiedenen queer_feministischen Kontexten. Lange Zeit hatte ich Schwierigkeiten, mich selbst dazu zu positionieren, jetzt versuche ich es mal mit Gedankenfetzen.

Manchmal richtet sich Bifeindlichkeit auch an Cisfrauen, die sich bisexuell verorten und mit dem Knutschfleck des Boyfriends auf dem Hals queere Räume betreten, weil sie sich “auch vorstellen könnten, mal was mit Frauen* zu haben”, dort aber am Ende nur von ihrer Hetenbeziehung reden. Tatsächlich habe ich einige lesbischen Beziehungen beobachtet, in der eine der beiden ihre langjährige, parallel stattfindende RZB mit einem Typen sehr viel höher priorisiert und sich sogenannte Hetenprivilegien sichert. In erster Linie gab es immer den Cisboyfriend – vor allem im Beruf, vor der Familie oder auch sonst dort, wo es sich schick und praktisch macht, als Hete gelesen zu werden. Wurden alternative_queere Räume betreten, wurde das lesbische Date als Token genutzt und für das Highlighting der eigenen ach-so-subversiven-Queerness instrumentalisiert. Das kann vorkommen, manchmal. Weiterlesen

Richtig schlimm: Rassismus gegen whities

5 Sep

Wer kennt diese harte systematische Unterdrückung nicht: Täglich werden weiße Deutsche von People of Color und Schwarzen Menschen auf institutionalisierter Ebene fertig gemacht. Ihre Street Credibility wird niedrig eingeschätzt, mit ihren Haaren lassen sich keine Braids machen und manchmal werden sie “Kartoffel” genannt.

#SchauHin hat einen Clip über diesen sogenannten umgekehrten Rassismus gedreht und es wurde bald klar: Well, shit, there is no such thing as reverse racism. All die weißen Tränen wurden also umsonst vergossen.

Liberté, Egalité, Beyoncé

27 Aug

Auf der Welt passiert ständig viel Scheiß, zum Beispiel Polizeigewalt. Diese wiederum trat zuletzt in Berlin, Malmö oder auch Ferguson auf. Deshalb ist es schön, sich auch erfreulichen Dingen widmen zu können. Zum Beispiel Beyoncés 17-minütigen Auftritt bei den MTV VMAs.

Feuilleton-riffic: FKA twigs

9 Aug

Die letzte Woche war musiktechnisch gesehen mit vergoldeneten Veröffentlichungen geprägt: Erst droppen Beyoncé und Nicki Minaj den ***Flawless (Remix), gestern veröffentlichte FKA twigs ihr erstes Album LP1 und gibt frische Impulse in die Indie-Sphäre.  Jene Fans, die bereits vor zwei Jahren bei der ersten ihrer zwei EPs Blut geleckt haben und seitdem hungrig auf Nachschub warten, rasten genau so aus wie Neuentdecker_innen.

Bild: Promo

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Ain’t nobody care if #FeministsAreHot or not

4 Aug

Ich rufe alle Frauen und Männer dazu auf, nicht mit Menschen zu schlafen, die unfeministische Ansichten haben. Ferner rufe ich alle Feministinnen und Feministen dazu auf, ihre gelungensten Selfies mit dem Hashtag #feministsarehot zu taggen! Machen wir Feminismus attraktiv! Machen wir ihn begehrenswert! Irgendwann findet man dann unter #feministsarehot eine weltweite Sammlung schöner, starker, feministischer Männer und Frauen. Und wovon träumt ihr so?

- Franziska Holzheimer auf Passheimer

Soeben bewarf ich euch mit einem Ballen problematischer Aussagen und ich schlage vor, mit einem Fragenkatalog vorzugehen, um all die Fragezeichen in meinem Kopf abzuarbeiten.

1) Warum genau muss alles “hot” oder “sexy” sein, um eine Daseinsberechtigung zu haben?
2) Was meint “hot” oder “sexy” eigentlich?
3) Wer bestimmt, was “hot” oder “sexy” ist? Nicht zufällig das Patriarchat?
4) Und wenn’s das Patriarchat ist, warum sollte es relevant sein, ob sie Feminist_innen attraktiv finden? Ich dachte, der ganze Punkt am Feminismus sei, dem Patriarchat in die Limo zu pinkeln?
5) Ist es bahnbrechend subversiv, eine schlanke, dünne, normschöne Frau in hipper Kleidung als Beispiel für sexy Feminismus zu nehmen? Würde sie auf der Straße nicht so oder so als “hot” gelten?
6) Ist es schon wieder so eine Feminismus-muss-sich-wieder-für-weiße-schlanke-ableisierte-Cisheten-lohnen-Aktion? Denn dass Feminismus sich für diese Personen lohnt, wissen wir schon längst, sie nehmen bereits sehr viel Raum ein.
7) Wurde feministisches Hot-Sein nicht schon allerspätestens in den 90ern reclaimt? #RiotGrrrl #GirlPower
8) Können wir bitte nicht versuchen, Feminismus “begehrenswert” zu machen und alles unnötig zu sexualisieren?

Ich träume davon, dass nicht ständig irgendwelche failigen, vermeintlich feministischen Aktionen gestartet werden.

PS: Ja, ich verstehe den Wunsch dahinter, sich als Feminist_in empowern zu wollen. Aber warum brauchen jene Körper Empowerment, die ohnehin überall repräsentiert werden? Warum können nicht Hashtags wie #FeministSelfie weiter promoted werden?
Aber als eine dieser berüchtigten haarigen, dicken, lesbischen_typenhassenden, nicht-weißen, veganen Feministinnen, vor denen seit Jahrzehnten in den Medien gewarnt wird, habe ich es endlos satt, dass sich von “Menschen wie mir” abgegrenzt werden muss. Permanent. “Aber schaut, ich bin nicht so eine haarige, männerhassende, lesbische (…) Feministin! Ich trage nämlich Hipstermode, schlafe mit Typen und esse Steak! Ja, ich rasier mich auch! Außer momentan unter den Armen, ist nämlich auch wieder hip!” That’s all I’m saying, bye.

Childhood made of plastic, it’s fantastic

30 Jul

Gierig nahm ich als Kind alles in mich auf, was von Erwachsenen so erbost als Gift gelabelt wurde. Morgens schon mal Elmex statt Aronal, direkt im Anschluss Gummisüßigkeiten in schrillen Farben, nach der Schule in der Mikrowelle aufgewärmtes Essen, das ich mich hineinstopfte, während ich mit großen Augen auf den Bildschirm unseres Fernsehers starrte. Nachmittags RTL2, abends SuperRTL.

Statt schlauer Sachbücher las ich Comics über andere Mädchen mit Superkräften, ich wäre gern eine von ihnen, aber ich würde mich eh nicht trauen, so kurze Röcke zu tragen.

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