Will it ever be enough?

30 Sep

Die Lücken, über die ich in meinem eigenen Leben stolpere, schaffen die Löcher, durch die ich leise meine Umwelt betrachten kann.

Es kommt nicht selten vor, dass ich das Gefühl habe, mit zwischenmenschlichen Beziehungen nicht richtig klarzukommen. Nicht, dass ich ein Problem hätte, mit anderen Leuten etwas zu unternehmen, es ist eher so, dass ich sehr viel über die Relationen nachdenke. Zum Beispiel frage ich mich, ob ich nicht einen Gang runterschalten sollte und mich auf eine Person weniger fixieren sollte, andererseits ob ich nicht zu misstrauisch bin und zu schnell über einen Menschen geurteilt habe.
So ergibt es sich, dass mich die Verhältnisse anderer zur Reflektion anregen. Sind alle so unsicher wie ich? Fällt es allen gleichermaßen schwer, sich zu öffnen? Sind allen Menschen Beziehungen so viel wert wie mir? Und vor allem: sind alle Eltern-Kind-Beziehungen gleich?
Die Fragen lassen sich meistens leicht beantworten: Nein, natürlich nicht. Es gibt beispielsweise sehr feste und innige Bindungen in einer Familie, gleichzeitig gibt es ein so kühles, distanziertes Klima innerhalb eines Haushalts, dass man zittert und sich unter einer warmen, von der Außenwelt abschneidenden Wolldecke verstecken will.

Gerade letztere Fälle berühren mich. Sie machen mich so traurig und es baut sich so viel Wut in mir auf. Wie können Eltern ihre eigenen Kinder schlagen?
Mir ist es bewusst, dass Familienprobleme meistens tiefgründige Ursachen haben, die den alten, staubigen Stammbaum mit Krallen heruntergeklettert sind. Wer häusliche Gewalt erlitten hat, dem fällt es sicherlich nicht leicht, diese hinter sich zu lassen.

Doch mir geht es nicht nur um körperliche Destruktion, nein. Psychische Gewalt kann Menschen zerstören, das Selbstvertrauen in den Boden stampfen.
Keiner verdient es, von seinen/ihren biologischen Zeugern zu hören, wertlos zu sein. So viel Hass, so viel Wut, so ein negatives Chaos, das weitergeleitet wird, ist Schuld an den Konflikten, die „unsere Gesellschaft“ prägen. Amokläufe beispielsweise werden nicht etwa von Egoshootern verursacht, sondern vom sozialen Umfeld, mit dem das Kind konfrontiert wurde.
Eine weitere Möglichkeit, uns Erdlingen mit Selbstzweifel zu füllen, ist der Druck von oben. Wenn Eltern ihrem Nachwuchs vorschreiben, welche Ziele im Leben zu erreichen sind, welcher Beruf später auszuüben ist, wie hoch das Einkommen zu sein hat, fügen sie ihm mehr Schaden zu, als sie ihnen Gutes tun, denn das Kind wird immer wissen, dass es die Eltern niemals befriedigen wird, die Ansprüche werden nämlich ins Unermessliche steigen und man wird sich immer daran zweifeln: „Wird es jemals reichen?“, wobei man weiß, dass es eine rhetorische Frage ist.

Natürlich behaupten Eltern, sie wüssten, was das beste für ihre Kinder sei, dass sie die am besten kennen würden; dabei realisieren sie nicht, dass sie genau diejenigen sind, die das Kind niemals verstehen (werden) und die am wenigsten wissen.

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Eine Antwort to “Will it ever be enough?”

  1. Rosi 2. Oktober 2010 um 14:05 #

    haiii,

    ich muss sagen, dass mir dein blog wirklich sehr gut gefällt.
    Deine Texte sind so ansprechend geschrieben, sodass man lust auf mehr bekommt.
    Finde ich persöhnlich echt klasse und hebt sich definitv von den anderen ‚Modeblogs‘ ab.
    das wollte ich dir nur mal sagen^^…
    Lg
    Rosi…:D

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