Musikalische Entwicklung

28 Okt

Dass unsere Persönlichkeit keine Eigenschaft ist, die seit der ersten Stunde besteht, ist uns allen klar. Erlebnisse prägen und formen uns, Menschen beeinflussen und Zeiten ändern sich.
„Oh, ich hasse diesen Spruch“, stöhnt ihr jetzt. „Näy, Kinnäz“, sag ich. Mit Zeiten meine ich auch Epochen, speziell die der Musik. Inwiefern die sich entwickeln kann, zeige ich am eigenen Beispiel. Enjoy.

Bei den einen war es Rolf Zuckowski, der die Kindheit gerockt hat, bei mir eher nicht so. Ich kannte den jungen Mann mit den Weihnachtsliedern auch kaum, die zwei populärsten Lieder kamen bei mir überhaupt an.
Nein, durch den Einfluss meiner Cousinen war ich ein VIVA/MTV-Kind und ein großer Fan von Michael Jackson, auf dessen Konzert ich leider nicht durfte, weil meine Eltern der Ansicht waren, dass man mit fünf Jahren noch nicht alt genug für eine Live-Show sei. Ich habe so geweint. ._. Außerdem liebte ich die Backstreet Boys, Spice Girls, Whitney Houston und Celine Dion. Mit deutscher Musik konnte ich mich so gar nicht identifizieren, schließlich verstand ich dort die Texte und wusste z.B. bei TicTacToe, dass von bösen Sachen gesungen wurde. (Ja, auf unserem Kindergarten standen sie auf der schwarzen Liste. Wir durften nichts von denen singen.)
Durch meine Onkel kam ich auch in jungen Jahren in Kontakt mit Pink Floyd (yay), Nirvana (yay) und Metallica (NAY).

Mit der Einschulung wuchs meine Liebe zu Aaron Carter und zu Ricky Martin (ich Opfer), doch dann war erst mal so etwas wie eine Sendepause.
Meine erste eigene CD war der Soundtrack der ersten Staffel von Digimon, auf den ich heute noch stolz bin. Leb deinen Traum, denn er wird wahr, geh deinen Weg, stelle dich der Gefahr… und so. Die einen werden nun denken, dass Pokémon toller sei als Digimon, doch da unterscheiden sich unsere Geschmäcker, denn nicht nur der Soundtrack, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen waren so viel tiefer bei Digimon. (Wobei Ash und Pikachu auch sehr innig verbunden waren… aber darum geht’s hier nicht.)

Auch die No Angels, Britney Spears, Bro’Sis, Jeanette Biedermann und Christina Aguilera machten bei mir ihre Hits und ich hometapte fleißig meine Lieblingssongs aus dem Radio.
Es war ungefähr in der 5. oder 6. als Avril Lavigne in mein Leben trat und prompt zu meinem Vorbild wurde, immerhin hasste ich Barbiepuppen wie Brit&Co. nun. Allerdings mochte ich auch gerne HipHop und R’n’B, zum Beispiel Missy Eliott, Alicia Keys und Eminem.

Ungefähr gegen Ende der siebten/Anfang der achten Klasse fing ich an, rockigere Musik zu hören. Nach und nach verstärkte sich der Anteil der Musik, die ich heute als besser empfinde, in meiner Bibliothek.

Green Day, Blink-182, Sum41, Aerosmith, Sportfreunde Stiller, Silbermond, Juli, Trapt, Wir sind Helden, Bob Marley, Inner Circle, aber auch wieder Nirvana und Pink Floyd gesellten sich nebeneinander und trafen auch auf den Reggae und auf den Ska. Interpreten wie Jimmy Eat World, Seeed, Fettes Brot, Jack Johnson, Beatsteaks, die Toten Hosen, Red Hot Chili Peppers und die Killerpilze vermischten sich. „Bitte was?!“, murmelt ihr nun, „die KILLERPILZE? Omw, Heng, was bist du denn?“ Ja, ich fand sie spitze, ich mochte die Musik, ich mochte sie auch live. Mein erstes richtiges Konzert war von denen, es war der 1.11.2006 und ja, ich weiß das Datum auswendig.

Es wurde wieder etwas, ähm, punkiger mit der Terrorgruppe, 3FeetSmaller, mit den Ärzten und den Donots, aber auch alternativer durch The White Stripes und The Hives. Mit den Monaten kamen BritPop-ähnliche Sachen, etwas „Emotional/Post-Hardcore“ (das folgende Komma steht für eine NEUE Richtung und nicht für Beispiele), Panic! at the Disco, Mad Caddies und My Chemical Romance hinzu.
Dadurch, dass ich den O.C.-Soundtrack hörte, entdeckte ich auch viele neue Bands, darunter auch Death Cab For Cutie, meine heutige Lieblingsband, doch die Liebe zu denen kam leider erst später.

Auch die Indie-Lastigkeit nahm zu, es regnete praktisch auf mich ein mit der Musik. Madsen, Tomte, Tocotronic, Kettcar, Anajo, Foo Fighters, Kate Nash, Colbie Callait, Plain White T’s, Großstadtgeflüster, Fotos, Bloc Party, Clueso, Nada Surf, Justice, Deichkind, We are Scientists, Yann Tiersen, Oasis, Pete Blume, sämtliche The-Bands (- Subways, – Wombats, Pigeon Detectives, – Killers, – Offspring, – you name it) – das waren die 2008er.

Erst im Jahre 2009 fing ich an, Death Cab so richtig, richtig zu hypen, sprich mir nach und nach mehrere Alben anzulegen. Philipp Poisel, Tegan and Sara, NeverShoutNever, Simon and Garfunkel, Paramore, The Whitest Boy Alive, MGMT, Angus & Julia Stone, The Hush Sound, Scouting for Girls, Bright Eyes, keine bestimmte Musikrichtung also, erhellten auch meinen Himmel.

The Moldy Peaches, Mumford & Sons, We were promised Jetpacks, Frittenbude, Egotronic, ClickClickDecker, Olli Schulz und der Hund Marie, Bosse, Regina Spektor, Ellie Goulding, Florence + the Machine, Marina and the Diamonds, Bat For Lashes, Robyn, Metric, Noah and The Whale, Kimya Dawson, Phoenix, Ólafur Arnalds, Neutral Milk Hotel, La Roux, Lykke Li, Katzenjammer, Gisbert zu Knyphausen, Adam Green, The Smiths, The Postal Service, doch wie ihr seht überwiegend Female Voices sind diejenigen, für die ich mich dieses Jahr zu begeistern scheine.

Grob gesagt fing ich mit Popmusik an, lief hinüber zum HipHop, was sich aber relativ zügig in Reggae und grob gesagt Rock und Acoustic verändert und mit Elektronischem vermischt hat, und bin nun dort, wo ich bin.

Vermutlich haben einige irgendwann mittendrin den
Tab geschlossen, weil sie keine Lust mehr hatten oder im Fernsehen was Obercooles lief, doch die, die bis hierhin durchgehalten haben, können gerne erzählen, wie sich deren Geschmack verändert hat. 🙂

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7 Antworten to “Musikalische Entwicklung”

  1. kut 28. Oktober 2010 um 20:58 #

    nix NÄY bei Metallica. 😮

  2. Woifi 28. Oktober 2010 um 23:51 #

    Supertoller Post, der Musikgeschmack sagt doch soo viel über die Persönlichkeit eines Menschen. Obwohl ich zugeben muss, nicht mal 50% der von dir genannten Bands zu kennen :/ Wahrscheinlich, weils nicht so ganz meine Richtung ist, aber das ist ja ganz normal!

    Also bei mir wars in Zeitraffer so:

    – Kindheit
    Schlümpfe -> Kelly Family (ja…) -> generischer Pop

    -Jugendlicher
    Scooter -> Linkin Park -> System of a Down -> Eminem (n bisschen)

    -älterer Jugendlicher
    System of a Down -> Sean Paul -> Seeed

    heute:
    Irish Folk
    Twist and Swing
    The Prodigy
    Old Crow Medicine Show (von denen stammt auch mein absolutes Lieblingslied „Whagon Wheel“ http://www.youtube.com/watch?v=1gX1EP6mG-E )

    was ich hasse:
    Aggro- und Porno Hiphop
    Punk und Emomusik
    Großteil des heutigen Pop

    Vielleicht mach ich auch mal so nen Post wie den deinen hier, wenn ich Zeit hab. Ich werd mich am heutigen Abend mal bisschen bei dem einhören was du da alles geschrieben hast, vielleicht mag ich ja was 😛

    Bei Scott Pilgrim würd ich mir eine Salbe mitnehmen, um deinen Daumenmuskel einzuschmieren, denn wenn ihrs am Stück durchzocken wollt heißt das ca. 5 Stunden dauer-Knop-smashen! Und nimm Scott, der hat den besten Ultramove zum Schluss!

    Schlaf gut und träum was schönes Süße, man sieht sich wenns hell ist 😉
    Woifi

  3. Judith 29. Oktober 2010 um 05:40 #

    Hey, das gabs bei mir ja auch schon.. Ich finde es auch immer tierisch interessant, wie das bei anderen war 🙂
    Außerdem sehe ich gerade, dass wir musikalisch ziemlich deckungsgleich sind 😀 (ah, ich erinnere mich gerade an last.fm. Da war mir das auch schon aufgefallen.. Aber es ist ja auch noch früh morgens).
    Und schön, dass dir Noah and the Whale gefallen. Kennst du Kante? Ziemlich seicht, aber gehört quasi zu den Klassikern der Hamburger 😀 Und früh morgens, wenns noch dunkel und neblig ist, geht nichts besser, finde ich.
    Einen schönen Tag

  4. Lena 6. November 2010 um 20:15 #

    Du hattest EXAKT die gleiche musikalische Entwicklung wie ich 😀

  5. nachosandwine 2. Januar 2011 um 21:34 #

    Oh ich liebe musikalische Entwicklungen! Bei mir lief es ähnlich:

    Angefangen hat es mit Backstreet Boys, Spice Girls und Tic Tac Toe. Besonders von Tic Tac Toe war ich mit meiner Freundin ein sehr großer Fan. Darum sangen wir öfters im Musik Unterricht deren Lieder. Ich vermute aber, dass sich der Inhalt zu „Leck mich am A-B-Zeh“ uns damals noch nicht ganz so erschloss. ^^ Bei Tic Tac Toe war ich auch auf meinem ersten Konzert (ich glaube ich war nicht mal 10 Jahre alt). Nach Boy und Girl Bands ging es weiter mit Hip Hop und RnB. Maya, Destiny’s Child, Snoop Dogg, Dr. Dre und natürlich Eminem. Letzterer bekam meine meiste Aufmerksamkeit. In 2003 hatte ich das wohl geilste Konzert in der ersten Reihe mit D12, Eminem, Cypress Hill, Obie Trice, Xzibit und 50 Cent. Kurz darauf ging es abrupt weiter mit der schwarzen Phase, begleitet von Cradle of Filth, Iron Maiden, System of a Down, Slipknot, Marilyn Manson, Tool, usw… Die lief dann aus in Nirvana, Red Hot Chili Peppers, Subway to Sally, Greenday, Billy Talent, Blood Hound Gang.
    Als Vorreiter zu meinem jetzigen Musikgeschmack gelten wohl The Strokes, Mando Diao, Bloc Party, the Subways und ähnliche…
    Zur Zeit habe ich es gerne eher ruhig mit viel Akustig, „klassisch“ wie Aretha Franklin, den Blues Brothers oder Janis Joplin, oder einfach rockig. Zu meinen derzeitigen Favoriten zählen daher: Run on Sentence, Neutral Milk Hotel, Bob Dylan, The Congregation, Jefferson Airplane, Juliette Lewis, Modest Mouse, Radical Face, Serj Tankian, The Distillers, Spinnerette, The Raconteurs, The Avett Brothers, State Radio, Tina Dico, Antony and the Johnsons u.v.m…

    Doch hatte ich mich nie auf eine Musikrichtung beschränkt. So befindet sich immernoch Interpreten in meiner Playlist wie Pink, Christina Aguilera, Whitney Houston, etc… Ich pick mir immer gerne das Beste aus allem raus, doch Elektro kommt bei mir gar nicht gut an.

    Liebe Grüße

  6. Anni 2. Juni 2011 um 22:05 #

    Bei dem Geschmack hast du viel mitgemacht 🙂 außer den Anfang kann ich alles unterstützen. Vorallem ab 2009! Bei Mumford & Sons und Katzenjammer (!) überkommt mich begeisterung 🙂

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