The Tracey Fragments

10 Jan

Auf der Suche nach Filmen, in denen Ellen Page mitspielt, bin ich auf The Tracey Fragments gestoßen. Da in Deutschland viele Independent Filme entweder nicht groß angekündigt oder gar nicht erst veröffentlicht werden, war mir der Titel fremd. Ohne vorher einen Blick in den Trailer zu werfen, schaute ich ihn mir also an.

Die Geschichte handelt von der fünfzehnjährigen Tracey (gespielt von Ellen Page). Sie lebt in einem Teufelskreis des Mobbings, eines gestörten Familienverhältnisses und des Selbsthasses. Als ihr jüngerer Bruder Sonny unter ihrer Aufsicht verloren geht, steht nicht nur sie, sondern auch ihre ohnehin schon psychisch strapazierten Eltern am Rande der Verzweiflung. Deshalb läuft sie weg, auf der Suche nach Sonny, zu unerfahren, um auf der Straße zu überleben und zu kaputt, um zurückzukehren.

Ich möchte von der Handlung nicht zu viel verraten, da man sie wie ein Puzzle im Laufe des Filmes zusammenlegen muss. Dabei wird weder chronologisch vorgegangen, noch ist es immer klar, was sich tatsächlich abgespielt hat und was nur Fantasien sind.
Ein weiteres Merkmal ist das Bild, denn es ist überwiegend in kleine Bruchstücke – Fragments – aufgeteilt. Die Kamerahaltung ist an den richtigen Stellen unruhig und sorgt für eine schmutzige, dunkle Atmosphäre. Als ZuschauerIn hat man das Gefühl, die Handlung aus Traceys Perspektive zu verfolgen.

Allerdings muss ich eingestehen, dass einige Szenen sehr heftig auf mich gewirkt haben; es ist wie eine Dokumentation über eine ausgebrochene Jugendliche, die alle lieblosen Seiten des Lebens erfährt, es sind also ziemlich krasse Bilder.
Durchgehend habe ich den Bildschirm mit weit aufgerissenen Augen angestarrt, einerseits angeekelt und verstört, andererseits neugierig. Die Gedanken, die mir durch den Kopf gingen? Ich möchte einige davon preisgeben.
„Wie kann sich eine Mutter nur so gleichgültig verhalten? Wie können Menschen nur so krank sein? So ignorant? So brutal? Warum kann ein Mensch nicht die Liebe bekommen, die er verdient? Weshalb sind Teenager so intolerant, merken sie nicht, was sie mit ihrem Verhalten anrichten können? Ihre Gefühle müssen sich wie ein Spiegel anfühlen, auf dem tausende von Menschen herumtrampeln, sodass sie sich an den Splittern schneidet. Ich sollte mich glücklich schätzen, dass ich wenigstens zu Hause einen Rückzugsort finden kann.“

Insgesamt ist das Werk sehr gut gelungen, jedoch empfehle ich ihn keinen schwachen Gemütern. Wer verwirrende Filme, die die Härte der Realität aufzeigen, nicht gerne schaut, der sollte die Finger von diesem Stück Kunst lassen. Allen anderen empfehle ich es, ihn abends alleine zu gucken, denn danach möchte man ihn in Ruhe wirken lassen und sich sortieren.

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2 Antworten to “The Tracey Fragments”

  1. Judith 11. Januar 2011 um 15:24 #

    Ui, das klingt gut! Den werde ich mir auf jeden Fall mal anschauen 🙂
    Guter Tipp, dankeschön 😀

    ps. bluray ist doof 😀

  2. wunderplunderfunkelzauber 13. Januar 2011 um 14:27 #

    hallo 🙂
    ich habe selber keinen blog und kenne mich mit diesem ganzen kram auch nicht aus, und wusste nicht wohin ich dir schreiben kann deswgen nutze ich einfach mal die kommentarfunktion.
    auch wenn ich sonst nicht viel für die meisten blogs übrig habe, seh ich sie mir zwischendurch auf der suche nach inspirationen aller art gern mal an. heute bin ich dann auf deinen getoßen, und ich bin wirklich begeister! 🙂
    ich mag deine art zu schreiben sehr, und auch das worüber du schreibst finde ich toll. ich habe ihn mir direkt mal eingespeichert und hoffe doch in zukunft noch ganz viel tolles von dir zu lesen 🙂

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