Abiballkleid? Wenn’s sein muss.

21 Apr

Da die Zeit immer knapper wird und es nur noch knapp ZWEIUNDHALB (!!!EINSELF) Monate bis zum Abiball sind, bin ich heute mit meiner Schwester nach Hamburg gefahren um ein Kleid zu suchen.
Ich hatte vorher schon einige aus dem Internet bestellt und zahlreiche angeschaut, doch war bisher keins für mich dabei, obwohl ich gar nicht so hohe Vorstellungen habe: kurz, kräftigere Farbe und kein unnötiges Glitzern. Naja, der Preis sollte auch am besten im U100-Bereich sein (besser sogar unter 70 Euro).

Scheinbar sind das extrem hohe Standards für ein Abiballkleid. Unsere Tour begann bei P&C, einem großen Bonzenladen mit einer großen Auswahl an Abendmode. Leider schafften es gerade mal zwei Exemplare in die Umkleide, denn alle anderen sahen aus wie Geschenkverpackungsmaterial oder Torten. Das eine war das typische Mauerblümchenkleid, das andere war im Angebot (ein rotes Preisschild ist grundsätzlich vorteilhaft, garantiert aber selten den Kauferfolg), passte aber leider nicht.
Das nächste Geschäft war C&A, die Textilkette, die gerne mal „Cheap and Awful“ genannt wird. So billig waren die Kleider auch nicht und sie waren nicht schlimmer als im teuren Geschäft; auch hier gab es keinen Favoriten.
Bei Zara wurde meine Anstrengung endlich gehuldigt, da war ein wirklich schönes Teil. Es war beige, hatte einen braunen Gürtel an der Taille (aus nicht-Leder) und war ungefähr knielang. Leider finde ich es im Zara Online Shop nicht wieder. Der Schnitt und das Material glichen diesem hier:
Vielleicht mit weniger Glanz. Und ohne Noppen. Leider war es nur kein Ballkleid, sondern mehr so für besondere Anlässe wie Geburtstage oder Konfirmationen (aber nur als Gast). Trotzdem wurde es erst mal reserviert.

Dann kam der harte Tobak. Wir gingen in überteuerte kleine Läden in der Gänsemarktpassage. Das erste Geschäft wurde uns empfohlen, es hieß „Maison de Paris“. Doof nur, dass der Laden nichts von Paris, aber viel von Teheran Downtown hatte, ich meine: hey, made in Turkey/Bangladesh/InsertCountry lässt sich bekannterweise gut und gerne als exquisit verkaufen.
Ich griff ein schönes Blumenkleid und zeigte es meiner Schwester, die es süß fand. Die Verkäuferin stand nehmen mir und hat im Schaufenster herumwühlt. „Entschuldigung“, fragte ich höflich, „darf ich Sie mal was fragen? Ist das Kleid für den Abiball geeignet?“ Sie lachte entsetzt. „Nein“, zischte sie, „das geht gar nicht. Das ist ein stinknormales Sommerkleid.“ Oh, dachte ich, dann muss sie sich an warmen Juliabenden ja ganz schön overdressed vorkommen. Dumme Kuh.
Die von ihr vorgeschlagenen Ballkleider gefielen mir überhaupt nicht. Zu viel Glitzer, zu viel Glanz, zu viel Tüll, wirkte insgesamt wie diese billigen Teile aus türkischen oder indischen Textilwarengeschäften, die man an Straßenecken findet. Wir schlichen uns raus und gingen in die obere Etage. Unser Ziel: „Diva Traumkleider“ – klingt extrem scheiße, war es im Endeffekt auch. Ich muss zugeben, dass es dort einige schöne Kleider gab, aber mit den Preisen haben sie sich die teure Ladenmiete, gut bezahlte aufgebrezelte Verkäuferinnen und pseudo-elegante Möbel im Pseudo-Barockstil finanziert.
Die Tatsache, dass die Hilfskräfte in Abendmode und mit viel Schminke gearbeitet haben, hat mich schon beunruhigt, doch ich probierte ein blau-grünes Cocktailkleid an. Passte es? Nicht im geringsten. (Die Verkäuferin meinte, ich solle es mal ohne BH probieren. Sie begriff nicht, dass es nicht „nicht richtig zu ging“, sondern dass die Scheiße schlichtweg viel zu klein für mich war.)
Lässig, wie ich gern sein wollte, hing ich das Kleid zurück und fragte in meiner hohen, höflichen Kinderstimme: „Entschuldigen Sie, ich habe mal eine Frage. Können Sie mir ein gutes Geschäft für Abendgarderobe empfehlen, wenn ich hier schon nichts gefunden habe?“ Bevor die blonde Dame mit 2,43kg Make-Up antwortete, musterte sie mich abwertend. „Sie haben hier nichts gefunden? Sind sie sicher?“ Nee, ich war mir nicht sicher, ich wollte einfach mal fragen, um später ein Adressbuch für überteuerte Geschäfte für Abendmode zu erstellen und mich über mögliche Arbeitsplätze im Bonzenmilieu informieren. Ich erklärte ihr den steinigen Weg, den ich hinter mir hatte und dass das einzige Kleid, was mir gefiel, ohne Brüste und Hüften eventuell passen könnte.
Sie könnte mir einen weiteren Laden empfehlen, der sei allerdings nicht in meiner Preisklasse. Gut, dass sie mein Konto besser zu kennen scheint als ich es tue. Sehe ich wirklich so ranzig aus?, ging es mir durch den Kopf.
Scheinbar hatte sie sich das Ziel in den Kopf gesetzt mich nicht gehen zu lassen, bevor ich meine raren Scheine bei ihr gelassen hatte. Deshalb reichte ihre Kollegin  mir ein feuerrotes Kleid. „Beißt sich das nicht mit meinen Haaren?“, fragte ich skeptisch. „ABER NEIN“, rasteten sie aus. „ES PASST HERVORRAGEND.“ Also zog ich das gute Ding mal an – beziehungsweise versuchte ich es. Zu ging das nicht, das konnte meine Schwester bestätigen. „Ach Quatsch“, schüttelte die blonde Dame den Kopf und ging selbst ran.
Ihr zweiter Ausraster folgte. „Oh mein Gott, du hast ja ein total breites Kreuz! Was machst du denn für einen Sport?! Das ist ja extrem breit! Meine Güte, so ein breites Kreuz habe ich lange nicht mehr gesehen! Was machst du denn für einen Sport?“ Och, wissen Sie, ich sehe ja sonst so durchtrainiert aus, dieses ach so breite Kreuz (mit dem ich normalerweise in 36/38 passe, also so übel kann es nicht sein) habe ich mir durch Schwimmen, Ringen, Bodybuilding und nicht zuletzt durch das Boxen angeeignet, man schaue sich nur meine straffen Arme an. Blöde Nuss. Nur weil ich das habe, was vor dreißig Jahren als normale Figur galt, hatte sie noch lange nicht das Recht, mich wie einen übergewichtigen Einzelfall zu behandeln.
Verzweifelt suchten sie nach einem Kleid, in das ich hineinpasste. „Es sind ja auch französische Kleider, da sind die Damen ja sehr klein und schmal“, erklärte die blonde Dame. Okay, Blondie, dann frage ich dich: Warum zur Hölle führt ihr ein Geschäft mit Kleidern, in die niemand hineinpasst, geschweige denn locker zahlen kann? Die Antwort kannte ich schon: Das ist Hamburg. Und es ist der Gänsemarkt, Biatch!
„Wir brauchen bei dir ein Kleid, das kaschiert“, stellen sie fest und drückten mir ein extrem hässliches für schlappe 200 Euro in die Hand. Es sah aus, als hätte man weiße flatterige Fischschuppen mit schwarzem Rand aneinander geklebt und ein schwarzes Band als Neckholder drangenäht. Als ich es anhatte, bekam ich noch glitzernde Hausschuh-artige Highheels zum Anprobieren. Die Damen waren begeistert. „Total süß, passt total zu dir! Ich würde das wirklich nehmen, es sieht echt niedlich aus! Und du hast so schlanke Beine!“ Joa, geht, ne? Wer keinen Sport (oder nur wenig davon) macht, der hat auch nicht so krasse Waden.
Schließlich schaffte ich es, den Laden zu verlassen („Wir schauen in den nächsten Wochen noch mal vorbei, wenn es neue Kleider gibt.“) und ging in das dritte empfohlene Geschäft: La Moda. War zwar eine andere Filiale als die, in der meine Freundin ihr Kleid geholt hat, aber was ich da sah, gefiel mir nicht wirklich. Schnell weg.

Zurück bei Zara gestand ich mir ein, dass das beige Kleid beim Abiball nicht klappen würde und entdeckte im Erdgeschoss ein schönes in blau. Das hier:
Ich probierte es an, es saß gut, ich ging an die Kasse, der Drops war gelutscht. Warum hatte ich es nicht ganz am Anfang gesehen?
Immerhin habe ich mal die glamourösen Schattenseiten Hamburgs kennen gelernt und etwas gelernt. Die Moral von der Geschicht‘? Blonden Püppchen traut man nicht.

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17 Antworten to “Abiballkleid? Wenn’s sein muss.”

  1. muffinmaedchen 21. April 2011 um 20:02 #

    hengameh! hengameh hengameh hengameh. ZU KURZ! du olle nuss. es ist zwar wirklich sehr schön, aber das ist ein ABIBALL kein ABICOCKTAILABEND. da müssen die kleider echt mindestens bis auf mitte knielänge gehen… och man ich kann gar nicht verstehen warum alle immer so kurzen kram anziehen müssen. ich mein ich will keinem meinen bodenlang-muss-sein-auf-nem-ball (obwohl ich finde es muss wirklich) tick aufzwingen. aber naja…. sorry echt. aber neeee. wunderschön – für ne sommergartenparty mit anlass.

  2. Woifi 21. April 2011 um 20:41 #

    Ohoho, da ist aber eine auf Aggro Modus 😛

    Wenn ich dir einen kleinen Rat auf Neudeutsch geben darf: chillax! Es ist dein Abiball, und den sollte jeder so gut es geht genießen. Aber bei Frauen ist das wohl generell anders… bei meinen weiblichen Kollegen gabs auch ewig langen Streit, welche Farben denn jetzt genommen werden sollen (bei uns ists üblich das die Absolventinnen alle in den gleichen Farben kommen)

    Wenn du noch männliche Begleitung brauchst: Ich kann irre gut tanzen (als Österreicher schließlich Pflicht!), seh gut aus und hätte zu der Zeit auch nix mehr zu tun, du darfst mich also ruhig fragen, ob ich dich frage!

    Schöne und liebe Grüße,
    Woifi

  3. Woifi 21. April 2011 um 20:55 #

    Liebe heng:

    Milchreis -> Milch
    Schinken-Käse-Toast -> Schinken und Käse
    Ball -> Tanzpartner!

    Also was man bei euch in Deutschland unter einem Ball versteht wird mir immer schleierhafter! Ich hatte bei meinem Maturaball gleich zwei Partnerinnen hehe. Und das mit dem Kleid musst du deiner Mutter schon gönnen, ist glaub ich so ne Mutter-Tochter Geschichte 😀

    Ich hoffe auch auf schöne Ostern, ich such meine Eier schon seit längerer Zeit…

  4. Judith 21. April 2011 um 22:21 #

    Haha. Dieses Geschiss um lange Kleider. Ich fide diese Ballkleider meist nicht so toll. Besonders weil ich nicht dieGrößtebin und bodenlang noch kleiner macht 😀
    Ich fand mein Kleid ja toll. Von irgendeinem französischen onlineshop. So Monroe mäßig, aber in schwarz. Aber mein Abiball war auch nicht so gut. Ich fand den Morgen mit der zeignisübergabe besser. Bekommt ihr die Zeugnisse auch morgens oder direkt beim Ball?

  5. Judith 21. April 2011 um 22:27 #

    Achja, das Nibelungenlied ist gar nicht so schlecht. Schöne Rittergeschichte mit viel Minne
    Und Krieg 😀

  6. lea 21. April 2011 um 22:48 #

    hallo!
    das mit den kleidern kenn ich irgendwoher, am schlimmsten find ich die geschenkpapierkleider, wo unten Tüll raushängt.
    Und wunderbare Begegnungen mit noch entzückenderen Kleiderverkäuferinnen hatte ich auch schon. Die sind wohl auch in Bayern so.. Da wird man gern zu irgendwelchen Katalogen und am liebsten gleich aus dem Laden gelotst, wenn einem das rosarote Tüllkleid mit glitzernden Pailletten nicht so hunderprozent gefällt.. achjee abiball, ich wünsch dir trotzdem viel Spaß!
    Und das jetzige Kleid sieht super aus! Stilsicher.
    ich bin ja der Meinung, dass es einem selbst gefallen muss, damit es im Gesamtbild gut aussieht.

  7. Judith 22. April 2011 um 12:06 #

    Haha. Das nibelungenLIED. Eins der Bücher das ich lesen muss. Das ist gar nicht so trocken 😉

  8. muffinmaedchen 22. April 2011 um 15:14 #

    nix aggromodus 🙂 die gute heng kennt das schließlich schon seit 14jahren von mir 😀

    ich weiß nicht, ich finds einfach nur schade dass das alles kleidungstechnisch immer mehr in richtung party statt ball geht…
    muss ja kein geschenkpapierkleid sein, es gibt so viele wunderschöne längere kleider.

  9. Peter Griffin 22. April 2011 um 18:09 #

    Einerseits „nichts schlechtes über andere denken“, aber andererseits „Dumme Kuh.“?
    Einerseits nicht in Schubladen gesteckt werden wollen, aber „Blonden Püppchen“ nicht trauen wollen?
    Einerseits einen auf umweltbewusst und ober Tierschützerin machen und dann bei P&C, dem wahrscheinlich tierschänderischsten Laden überhaupt, nach einem Abiballkleid suchen?
    Widersprüche über Widersprüche, meine Liebe…

    • henghdf 22. April 2011 um 22:05 #

      „19. Im Paradoxen erscheint die Wirklichkeit.
      20. Wer dem Paradoxen gegenübersteht, setzt sich der Wirklichkeit aus.“
      (Friedrich Dürrenmatt in „Die Physiker“)

      1) Ich glaube, ich kann so scheinheilig tun, wie ich will, aber wenn man wütend ist, dann schimpft man (im Kopf) über die Person, die nervt. Wenn ich so täte, als sei ich so unvoreingenommen, wie ich es gern wäre oder mal sein will, dann wäre das extrem heuchlerisch.
      2) Blondes Püppchen ist für mich keine Schublade, sondern lediglich ein äußeres Erscheinungsbild. Und dieser Dame wollte ich nicht trauen. Ich habe ihre Vorschläge angesehen und mich erst mal auf ihre Ideen eingelassen. Sie gefielen mir nicht, ich habe gemerkt, dass sie nur ihr Zeug verkaufen will.
      3) Kauf ich normalerweise bei P&C? Habe ich letztendlich was gekauft? Nein. Ich habe es mir angesehen und einige Marken werden ja auch von anderen Geschäften geführt, wo man sich das Kleid auch kaufen könnte.
      4) Du hast vergessen „H&M boykottieren, aber dein Kleid bei Zara kaufen?“ 😉

      Zu den Widersprüchen stehe ich, kann ich ja nichts ändern jetzt.

      • Peter Griffin 23. April 2011 um 15:21 #

        Wenn du allein schon einen P&C laden betrittst, widersprichst du doch den Idealen, die du hier großtönig verbreitest… Du kannst dich doch nicht erst damit schmücken, „nicht schlecht über andere zu denken“ und dann so weitermachen wie bisher mit dem Verweis auf Dürrenmatt, der laut eigenen Auslegungen das Paradoxe als Wirklichkeit ansieht.
        „Blonden Püppchen“ ist sehr wohl eine Schublade. Ab wann bin ich denn ein „Blondes Püppchen“? Wenn ich blonde Haare habe? Oder wenn ich einen kurzen Rock trage? Wär ja auch kein Problem gewesen, wenn du gesagt hättest, „diesem blonden Püppchen traut man nicht“ oder so. Aber dazu aufzurufen, denen nicht zu trauen, die einem ins individuelle Bild des „Blonden Püppchens“ passen, ist für mich auch gleichzeitig ein Aufruf zum Schubladendenken…
        (Ist ja auch prinzipiell nichts schlimmes dran, in Schubladen denken geht schneller 😉 :P)

        Naja und H&M boykottieren, aber dann ein Kleid bei Zara kaufen ist schon auch ein Widerspruch, das stimmt 😀

        Ich persönlich bin auch gegen Ausbeutung durch Kapitalismus, aber irgendwo muss ich meine Kleidung doch herbekommen. Und da kauf ich lieber bei H&M, was deutlich billiger ist und unterstütze so die „schlimmen“ Firmen mit weniger Geld, als wenn ich für ein vergleichbares Kleidungsstück mal eben 20€ mehr bezahle…

        Also ich persönlich finde nicht, dass du 100%ig hinter den Werten stehst, die du auch vermittelst… Ich würde erst einmal überdenken, was es für mich bedeutet, bestimmte Werte zu vertreten und ob ich wirklich dazu in der Lage bin.
        Ein paar Polaroidfotos und vegane Möhrenkuchen mit Anprangern derer, die Fleisch essen, finde ich leicht scheinheilig. Tut mir leid… :-*

  10. anisha 22. April 2011 um 18:56 #

    lieber peter, ich sag dir mal eins: was muss das muss!
    und wenn du nicht crazy näh-skills hast (und heng hat diese mit sicherheit nicht) dann kommst du um p&c etc. nicht herrum. da muss mal wohl ein oder zwei mal die augen zudrücken und auch mal da nach kleidern schauen. end of se story <'3

  11. henghdf 23. April 2011 um 18:47 #

    Okay, Peter, die Formulierung hätte ich nicht pauschalisieren dürfen, das sehe ich ein, aber die Version klingt Werbespruch-artiger und fixer. xD
    Du hast zwar damit recht, dass ich nicht 100% konsequent bin mit allem, aber in anderen Bereichen bin ich schon disziplinierter und ja, vielleicht sollte ich mir dann nicht so ein selbstloses, weltverbesserisches Ich als Ziel aussuchen, wenn ich weiß, dass es utopisch ist, aber man lernt ja immer dazu, man wächst ja ständig (psychisch) und bis dahin ist deine Kritik auch berechtigt. Manchmal muss jemand einem auf die Füße treten bis man merkt, dass man hässliche Schuhe trägt.

    Zu den Ausbeutungsläden:
    Bei H&M kauf ich konsequent seit Juli schon nichts mehr (seitdem ich so eine Reportage über die Arbeitsbedingungen gesehen habe), es sei denn es ist auf dem Flohmarkt oder Second Hand, da unterstütze ich die Kette ja nicht mehr direkt.
    Klar, es steht nicht überall, aber bei Zara kann es nicht viel anders sein. Ich wünschte, ich könnte ganz unabhängig von Sweat Shops oder Ausbeutung in jeder Hinsicht leben, aber es ist schwierig. In einigen Bereichen habe ich das zwar geschafft, aber nicht überall, dazu hab ich das Geld nicht und wie du schon sagtest, irgendwo muss man seine Kleidung herbekommen.
    Das macht die Sache zwar nicht besser, aber ich kaufe wirklich nicht oft aus Geschäften, Shoppen ist nicht so meins.
    Und eigentlich dürfte ich auch keinen Tee mehr trinken, weil dafür in trockenen Regionen weniger Trinkwasser ist und Baumwolle kann man so gesehen auch nicht mehr tragen, nur noch Hanf und Leinen. Aber krieg das mal hin. :O

  12. Ella 16. Mai 2011 um 19:58 #

    Erstmal: Sehr amüsanter Artikel. Ich musste ziemlich schmunzeln, beim Lesen. Da Hamburg ja eh nicht so meins ist, kann ich das gut nachvollziehen. Ich glaube, bei den Verkäuferinnen wäre ich durchgedreht. Deswegen halte ich mich prinzipiell auch fern von diesen Läden. Ich habe mir aber mal ein Kleid bei Mango gekauft, ich finde, die haben immer echt schöne Sachen. Wobei mir das Kleid, das du jetzt gekauft hast, auch sehr gut gefällt! Kann ich mir auch gut bei dir vorstellen, das Blau zusammen mit deinen Haaren, etc.

    Keine Ahnung, ob Mango jetzt auch eine Ausbeutungskette ist, aber mal ernsthaft, selbst ein Großteil der Markenklamotten werden in den Produktionshallen gleich neben denen von H&M gefertigt. Selber nähen wäre da im Endeffekt am konsequentesten. Ich finde es aber ein bisschen hart, Heng gleich als unauthentisch zu verurteilen. Man ist niemals hundert Prozent authentisch, dann würde man ja durchdrehen. 😉 Man muss ’ne gesunde Einstellung zum ganzen haben und so weit ich das beurteilen kann, hat Heng die. Klar ist die Kritik als solche sicher berechtig, aber das Urteil ist es, meiner Meinung nach, nicht. Wer kann schon von sich behaupten, all seine Ideale und Vorsätze zu jeder Zeit umzusetzen. Niemand. Und das ist auch okay so. Sonst wären wir ja Idealmenschen und nur von Idealmenschen käme auch nicht gleich die Idealwelt. Damit meine ich, selbst wenn wir uns den Arsch aufreißen, zu jeder Zeit authentisch zu sein, ist die Welt nicht gleich gerechter.
    Man muss sich auch seine gewisse menschliche Seite beibehalten dürfen.

    • henghdf 17. Mai 2011 um 11:59 #

      Ach, also eigentlich mag ich Hamburg, nur nicht alle Ecken. Was ich nicht so mag ist eher großes Shopping. Kleidungkaufen macht mir am meisten Spaß, wenn die Läden schön leer sind, die Verkäuferinnen nur mit einem reden, wenn mensch Rat braucht (und nicht einen auf „Hey, die sieht schäbig aus, die will bestimmt was klauen!“ machen) und nicht alles so mies durchwühlt ist. Darum bestelle ich auch eher im Internet oder tausche auf Kleiderkreisel. (Aber komm, so viel Kleidung kaufe ich gar nicht.)
      Es freut mich, dass dir das Kleid gefällt. 🙂 Die Suche nach den Schuhen ist schwieriger. Neulich hatte ich versucht, Hochhackige zu finden, aber… no way, die waren alle hässlich.
      Als ich meiner Mutter vorschlug, einfach in Brogues zu kommen, rastete sie fast aus. Wäre das wirklich soooooooo mies?

      Bei der Idealsache kann ich dir zustimmen, was die Konsequenz etc. angeht, aber ich glaube, ich hab zu dem Thema genug gesagt. (Und danke. 🙂 )

  13. daka 9. Juni 2011 um 15:50 #

    ach diese deutschen mit ihren mode-ansichten

    -.-

    das ist ein ball, ein ball for crying out loud!

    • henghdf 9. Juni 2011 um 17:59 #

      Und da fängt es schon an: Ein Ball? Oder EIN Ball? Oder ein BALL? ._.

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