Arm, aber der SHIT

4 Mrz

Berlin ist eine einzige Reizüberflutung. Überall sind Menschen, überall ist Bild, ist Ton, ist Leben. Eine sehenswerte Ausstellung kündigt sich der nächsten an, jeden Abend steigt irgendwo eine coole Party und ständig triffst du jemanden, den du noch von irgendwann kennst. Es ist anstrengend, aber ich liebe es.

Das Praktikum macht mir extrem viel Spaß, ich wohne wunderbar situiert und habe gefühlt nicht mehr tief durchgeatmet seit ich hier bin. Mein Instagram boomt, weil ich immerzu irgendwas festhalte, ich fühle mich wie eine Touristin in einem neuen Leben. Es ist unglaublich, wie billig hier alles im Verhältnis in Freiburg ist. Zum Beispiel macht es kaum einen Unterschied, ob du zuhause kochst oder auswärts isst.
Ich genieße es, 24/7 beschäftigt zu sein, fände aber ein paar freie Tage ganz schön. Ausschlafen, in ein Café gehen, dort ein bisschen lesen (wobei ich das Lesen momentan schon eine exzessive Tätigkeit ist) und Leute beobachten. Zu beobachten gibt es hier sehr viel. Zum Beispiel folgende Anekdote: Samstagnachmittag auf der Karl-Marx-Allee. Ich schleppe völlig fertig mich und meine Einkäufe nach Hause, nach langer Zeit scheint mal die Sonne und erhellt das Quartier. Alles blinzelt. Mir entgegen kommt ein junger Mann mit Kaputze, tiefe Augenringe unter riesigen Pupillen. Schlaf hat er schon länger nicht mehr gesehen. Es fährt ein riesiger Polizeibus an ihm vorbei, er formt seine rechte Hand zu einer Pistole, schießt in die Richtung des weiß-grünen Wagens, macht gleichzeitig ein „Puff“-Geräusch und setzt in der nächsten Sekunde wieder seine abwesende Mine auf.
(Vielleicht erscheint mir diese Szene auch nur so cool, weil ich selber so müde und nicht ganz bei mir war.)

Davon abgesehen trifft man auf so viel Kunst hier. Zum Beispiel habe ich mir The Catalog von der in Berlin lebenden Dänin Goodyn Green gekauft. Ich kannte einige ihrer Fotos schon von Tumblr, ihr sicherlich auch. In ihrem Katalog hat sie androgyne/queere Frauen in typischen Haltungen aus Schwulenpornos posieren lassen, was nicht nur gut/heiß aussieht, sondern auch zeigt, dass Gender wirklich keine Rolle spielt. Sehr empfehlenswert, das Heft!
Und wo wir schon mal beim Thema Fotografie wären, so wurde ich von der wunderbaren Alicia für ihr Projekt Riot Grrrl abgelichtet. Ebenfalls großartig finde ich ihr Projekt Beardictedcheckt ihre Seite auf jeden Fall mal aus!

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