Trend 2013: „Homo-Ehe“

2 Apr

Vor zwei Jahren war es die Atomkraft, vor einem Kony und jetzt die Gleichstellung der Lebenspartner_innenschaften (gern auch „Homo-Ehe“ genannt): Wenn es der heteronormativen Mitte zu langweilig wird, suchen sie sich ein Trending Topic aus und engagieren sich stark dafür. So stark, dass sie auf sozialen Netzwerken Links posten und ihre Profilbilder symbolisch ändern.

„Ist doch schön, dass solche Themen in der Mitte der Gesellschaft akzeptiert werden!“ Na ja, ein bisschen Doppelmoral ist schon dabei. Gegen Atomkraft demonstrieren und bei Vattenfall Strom beziehen, sich mit Kony nicht mal halbwegs auseinandersetzen und trotzdem den Link teilen oder bei Profilbild zum rosa Gleichheitszeichen ändern und trotzdem homophobe Sprüche reißen – so sieht die Realität aus.
Was mich speziell am aktuellen Egalitätshype stört, sind folgende Punkte:

  • Homo. Ehe. Es geht um monogam, lesbisch/schwul lebende romantische Paare, die sich der Institution Ehe anschließen wollen und somit bürgerliche Werte vertreten. Typischerweise sind dies weiße Menschen aus der Mittelschicht, denen nur dieses eine Privileg gefehlt hat.
  • Warum müssen Liebesbeziehungen den Ehe-Stempel bekommen, um anerkannt zu werden? Ist Ehe der Garant für christliche Werte? Und warum zur Hölle werden diese christlichen Werte so groß geschrieben?
  • Was ist mit polyamourösen Beziehungen?
  • Was ist mit Queers oder Trans*People?
  • Und People of Colour?

Das Recht auf Eheschließung bringt queeren Menschen wenig, wenn ihnen das Recht auf körperliche Unversehrtheit verweigert wird, wenn sie trotzdem diskriminiert werden. Die vorgeheuchelte Solidarität auf sozialen Netzwerken bringt rein gar nichts, wenn sich in der Grundeinstellung der Menschen nichts ändert. Sie tolerieren ein überfälliges Grundrecht und erwarten dafür auch noch Anerkennung? „Oh, das ist echt weltoffen und liberal von dir, dass du findest, dass ich dieselben Rechte verdient habe wie du.“

Madga von der Mädchenmannschaft hat den Artikel „Homo-Ehe: Ja. Heteronormativität hinterfragen? Nee.“  geschrieben und eigentlich alles gesagt, was zum Thema zu sagen ist.

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Eine Antwort to “Trend 2013: „Homo-Ehe“”

  1. Emma 16. April 2013 um 18:26 #

    Gute Zusammenfassung von all dem, was bei der Schulterklopferei wegen dem „großen Fortschritt“ vergessen wird. Die Frage ist nur, ob das absichtlich verdrängt wird…

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