Breaking News: Die CDU ist heterosexistsch

10 Sep

Da waren sie alle geschockt, als sie Merkel gestern Abend in der Wahlarena gesehen (oder vielmehr die Zusammenfassung in der Welt gelesen) haben. Knapp fünf Minuten lang wich sie mit aussagelosen Floskeln den Fragen zum Thema Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare aus dem Publikum aus. Einzig jenes Fazit, dass sie „zum Wohle der Kinder“ keinen Finger krummen wird, um das Adoptionsrecht auf das Jahr 2013 anzupassen, ließ sich ziehen. (Wer’s verpasst haben sollte: hier zum Lesen und hier zum Anschauen.)

Auf allen sozialen Netzwerken las ich heute empörte Beiträge dazu. Sie müssen kotzen bei dem, was sie da hören. Natürlich müssen sie das. Jeder Mensch mit einem Hauch von Gleichberechtigungssinn sollte das.
Überraschend kam diese Aussage jedoch nicht. Ihr inhaltsleerer, heuchlerischer Wahlwerbespot, welcher treffend von Rayk Anders analysiert wurde, vermittelt mir nicht wirklich das Gefühl, dass sich für diejenigen Menschen, die vom Kapitalismus aktuell nicht schon profitieren, etwas ändert wird. Die CDU will den Menschen™ helfen. Auch dieser Euphemismus wird von Rayk Anders entlarvt.

An dieser Stelle könnte ich darüber schreiben, wie nichtig ihr Argument mit dem „Wohl der Kinder“ ist. Dass es Studien gibt, die ihr Argument widerlegen, dass heterosexuelle Paare kein Garant für liebende Eltern sind, dass viele Kinder sowieso mit nur einem Elternteil leben – all dies liegt auf der Hand.
Ihre Begründung, die keine ist, ist der Heteroseximus der CDU. Der, den es schon immer gab. Wer sich das Wahlplakat in Puncto Familienpolitik angeschaut hat, wird keinen Grund gehabt haben, sich eine Änderung zu erhoffen. Ein weißes, einkommensstarkes Hetenpaar mit einer Tochter. Sehr anders als das, was die CDU vertritt, scheint sie nicht zu sein.

Das Wohl der Kinder liegt Merkel auch nur so lange am Herzen, wie sie sich später für das kapitalistische System in Sachen Wirtschaft und Produktivität nützlich machen. Wenn sie einen Migrationshintergrund haben, einen Hauptschulabschluss oder anderweitig nicht in die CDU-Normen passen, dann interessiert sie sich einen Scheiß für „das Wohl der Kinder“.
Wenn das Wohl der Kinder ihr so wichtig wäre, sähe die Lage um Kita-Plätze, das Bildungssystem und die Unterstützung von alleinerziehenden Müttern nicht so traurig aus, wie sie es in der Realität tut.

Also bitte, liebe Menschen, geht am 22. September wählen und sorgt dafür, dass die nächsten vier Jahre anders gestaltet werden als die letzten acht.

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