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#IsJaIrre

24 Okt

Als seien psychische Störungen nicht schon einschränkend und kraftraubend genug, werden Betroffene oft und gerne diskriminiert. Aufmerksamkeitshunger, Genuss in der Opferrolle, Hysterie und das Folgen eines Trends wird ihnen von Angehörigen und Fremden vorgeworfen.

Dann ist da diese Popkultur und das Internet, wo Depressionen zu einer quirky Eigenschaft romantisiert werden. Wer depressiv ist, hat Edge. Wer sich umbringt, ist ein_e Märtyrer_in einer Generation – oder egoistisch. Beide Pole werden vertreten.

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Kein Bock mehr auf Alltagsrassismus

7 Sep

In Deutschland ist Rassismus Alltag und keine Ausnahme. Wenn Sarrazins populistisches Buch als mutig gefeiert wird, wenn Asylbewerber_innen von einem rechten Mob vor ihrem neuen Zuhause begrüßt werden, wenn Merkmale, die nicht als weißdeutsch gelesen werden, zum Nachteil werden, sollte eingestanden werden, dass Rassismus Normalität ist.

Auf der FES-Tagung „Sexismus und Rassismus ab_bloggen“ (u.a. mit Kübra Gümüşay, Jamie Schearer und Sabine Mohamed, moderiert von Yasmina Baszczuk) entstand der Gedanke, einen Hashtag, der wie #aufschrei funktionieren soll, für Alltagsrassismus zu entwickeln. Schließlich wird seit jeher darüber getwittert und gebloggt, auch ohne einheitliches Hashtag. Kübra schrieb ausführlicher über die Notwendigkeit. Gestern Nachmittag wurde diverse Vorschläge über ein Titanpad diskutiert, kurzzeitig sprach ich sogar mit. Als ich weg war, muss irgendwann ein Trollangriff stattgefunden haben, denn der komplette Verlauf war gelöscht, als ich zurückkam. Die Entscheidung war gefällt: #SchauHin. Binnen Minuten füllte sich meine Timeline mit Alltagsrassismuserfahrungen jeglicher Art. Leider dauerte es aber auch nicht lange, bis die ersten Trolle sich einschlichen und unter dem Hashtag rassistische Kackscheisze verbreiteten oder Weißdeutsche sich über umgekehrten Rassismus™ (den es nicht gibt) aufregten. Auch auf Femgeeks gibt’s zur ganzen Geschichte einen schönen Eintrag. Vergesst diesbezüglich nicht, die Petition „Solidariät statt Rassismus“ zu unterzeichnen.

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Way Out West – more like Way Out Best

14 Aug

Mit Glückseligkeit und fettem Grinsen verließ ich Samstagnacht das Gelände des Way Out West Festivals in Göteborg. Nach der atemberaubenden Show von Alicia Keys konnte ich noch die letzten Minuten von Disclosure erwischen – um nur zwei Acts aus dem wahnsinnigen Line-Up zu nennen.

Für DieTrendblogger.de habe ich ein Listicle über die Medienaffinität des Festivals geschrieben. Hier gibt’s noch ein paar der wenigen, einigermaßen gelungenen (okay-en) Fotos vom Festival.

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Meine erste Band waren die Crystal Fighters, die extrem super waren und trotz Regen eine Nachmittagsparty im Freien ermöglichten.

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Unglaublich schön, verträumt, magisch: Beach House. Victoria Legrand hatte auch einige inspirierende Worte über die Signifikanz der angeborenen Imaginationskraft für uns.

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Und endlich konnte ich Grimes mal live sehen und mich noch mehr in dieses bezaubernde Wesen mit den empowerndsten Vibes überhaupt verlieben.

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Austra aka The Band With The Sassiest Keyboarder Alive hatten eine besonders intime Show, weil es keine Absperrung zwischen Bühne und Publikum gab. Ich traf später noch Katie Stelmanis und schenkte ihr den Rest meines Glitzerpulvers. „Können wir sehr gut gebrauchen“, meinte sie. Aw. ❤

Außerdem fiel mir auf, was für ein hohes Maß an Körperlichkeit James Blakes Musik hat. Der schwere Bass, der den Körper zum Vibrieren bringt und für die sensiblen Texte empfänglich macht, ist die beste Voraussetzung für seine emotionale Stimme, die ebenfalls bis zum Kern berührt.

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Die fleischfreie Küche, die Umweltfreundlichkeit und das ästhetische Drumherum machten das Festival nahezu perfekt.

GRRRL POWER in GRRRL COVERS

10 Jun

 

Ich drück mich vor Unikram. Davon profitiert mein Spaß und gegebenenfalls ihr, denn ich habe einen neuen GRRRL POWER Sampler gemacht. Das Besondere an der Volume 3 ist, dass es sich um reine Coversongs handelt. Die meisten, aber nicht alle, waren vorher von Typen gespielt. Die Cover sind nicht alle besser, aber auf jeden fall auch großartig.

Mir ist aufgefallen, dass im Gegensatz zu den vorherigen Mixes langsamere Lieder dabei sind. Ist aber doch auch mal ganz schön. Entschuldigt bitte die miese Qualität teilweise, manche Songs fand ich nur in Liveversionen. Aber jetzt: Enjoy & spread it!
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Arm, aber der SHIT

4 Mrz

Berlin ist eine einzige Reizüberflutung. Überall sind Menschen, überall ist Bild, ist Ton, ist Leben. Eine sehenswerte Ausstellung kündigt sich der nächsten an, jeden Abend steigt irgendwo eine coole Party und ständig triffst du jemanden, den du noch von irgendwann kennst. Es ist anstrengend, aber ich liebe es.

Das Praktikum macht mir extrem viel Spaß, ich wohne wunderbar situiert und habe gefühlt nicht mehr tief durchgeatmet seit ich hier bin. Mein Instagram boomt, weil ich immerzu irgendwas festhalte, ich fühle mich wie eine Touristin in einem neuen Leben. Es ist unglaublich, wie billig hier alles im Verhältnis in Freiburg ist. Zum Beispiel macht es kaum einen Unterschied, ob du zuhause kochst oder auswärts isst.
Ich genieße es, 24/7 beschäftigt zu sein, fände aber ein paar freie Tage ganz schön. Ausschlafen, in ein Café gehen, dort ein bisschen lesen (wobei ich das Lesen momentan schon eine exzessive Tätigkeit ist) und Leute beobachten. Zu beobachten gibt es hier sehr viel. Zum Beispiel folgende Anekdote: Samstagnachmittag auf der Karl-Marx-Allee. Ich schleppe völlig fertig mich und meine Einkäufe nach Hause, nach langer Zeit scheint mal die Sonne und erhellt das Quartier. Alles blinzelt. Mir entgegen kommt ein junger Mann mit Kaputze, tiefe Augenringe unter riesigen Pupillen. Schlaf hat er schon länger nicht mehr gesehen. Es fährt ein riesiger Polizeibus an ihm vorbei, er formt seine rechte Hand zu einer Pistole, schießt in die Richtung des weiß-grünen Wagens, macht gleichzeitig ein „Puff“-Geräusch und setzt in der nächsten Sekunde wieder seine abwesende Mine auf.
(Vielleicht erscheint mir diese Szene auch nur so cool, weil ich selber so müde und nicht ganz bei mir war.)

Davon abgesehen trifft man auf so viel Kunst hier. Zum Beispiel habe ich mir The Catalog von der in Berlin lebenden Dänin Goodyn Green gekauft. Ich kannte einige ihrer Fotos schon von Tumblr, ihr sicherlich auch. In ihrem Katalog hat sie androgyne/queere Frauen in typischen Haltungen aus Schwulenpornos posieren lassen, was nicht nur gut/heiß aussieht, sondern auch zeigt, dass Gender wirklich keine Rolle spielt. Sehr empfehlenswert, das Heft!
Und wo wir schon mal beim Thema Fotografie wären, so wurde ich von der wunderbaren Alicia für ihr Projekt Riot Grrrl abgelichtet. Ebenfalls großartig finde ich ihr Projekt Beardictedcheckt ihre Seite auf jeden Fall mal aus!

Collagen

14 Feb

Im Schoß der Götter

Vor meiner Abreise nach Berlin habe ich es doch noch geschafft, mein Scrapbook zu digitalisieren. Ihr könnt euch das Ganze hier als Set anschauen, wenn ihr möchtet.

Mit erhobenem Mittelfinger

12 Feb

Als ich heute Morgen aus dem Bett kam, hatte ich schon im Gefühl, dass der Tag eine Herausforderung wird. Aus meinem Fenster konnte ich erkennen, dass auf den Straßen zu viel Schnee liegt und aus meinem Kalender, dass ich an meiner Hausarbeit schreiben muss. Deshalb zog ich mir meine momentane Lieblingskleidung an, machte eine Photobooth-Session und ernannte folgendes Foto als Parole für die nächsten 16 Stunden.

Foto am 12.02.13 um 13.26

Mit dem Fahrrad kämpfte ich mich also durch den weißen Eismatsch, ließ auf dem Weg mein Apfel-Handtelefon in ebendiesen fallen (ist zum Glück nichts passiert) und musste feststellen, dass einige Stadtteile sich 2 cool 4 skool fühlen um den Schnee von der Straße zu schieben.

Angekommen musste ich feststellen, dass meine Vorlesung ausfiel. Ich hätte noch vier Stunden länger Zuhause bleiben können. Wegen der ollen Wetterlage blieb ich aber da, ansonsten hätte ich mich nicht zurück in die Stadt motivieren können.
Da saß ich also im überfüllten Café, schrieb Hausarbeit und hörte alte Tegan and Sara Alben, um Verständnis für meinen Missmut zu finden. Immerhin wurde ich mit der Rohfassung fertig, jetzt darf meine Mitbewohnerin sie zerfleischen und mir zum Überarbeiten geben. Jetzt darf ich endlich diese hässlichen Zettelchen aus den Büchern nehmen und sie zurück zur Bibliothek bringen.

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Was heute noch schief lief:
– Wir haben massive Probleme mit unserem Stromanbieter und letzterer in der Kommunikation zwischen Service-Hotline und Klient*innen.
– Auf meinen Kopfhörern kann ich keinen Stereo-Sound mehr genießen, da sie einen Kabelbruch erlitten haben.

(Schwarz auf weiß sieht das gar nicht nach so viel aus wie es sich anfühlt. Oh je, ich bin so eine Dramaqueen.)

Was gut lief:
– In meinem Briefkasten war dieses schöne Heft drin:

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– In diesem schönen Heft war meine Rezension über Heartthrob, dem neuen Tegan and Sara Album, drin. Und sie haben meinen Namen richtig geschrieben.

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Das macht glücklich. Und meine andere Mitbewohnerin hat mir Kartoffel-Karotten-Kohlrabi-Auflauf übrig gelassen. Zugegeben: Das Leben hat auch süße Seiten. (Ziemlich viele sogar, wenn man große Probleme wie den Kapitalismus, Sexismus, Rassismus und Homophobie ausblendet und sein Zimmer nicht verlässt.)