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There Will Be Blood

21 Jun

[TW: Menstruation, Blut]

Arvida Byströms Fotoreihe „There Will Be Blood“, die aktiv menstruierende Personen in alltäglichen Situationen zeigt, gehört zu meinen Lieblingen. Die meisten von euch kennen sie wahrscheinlich schon, aber ich möchte trotzdem auf sie hinweisen. Mir gefällt daran besonders, dass das Blut weder mystifiziert, noch als ekelhaft kommentiert oder versteckt wird. Es nervt einfach, dass die Menstruation in der Öffentlichkeit als Tabuthema wirkt, denn Bluten ist natürlich, warum also ein Geheimnis draus machen und nur diskret nach Tampons  fragen?

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Licht, Schatten, Träume, Winter

7 Jun

Neue Collagen am Start und so.

"For Now I Am Winter"

Dreamer

Licht & Schatten

Disposable Berlin

9 Mai

kauf dich glücklich

Die in Berlin verschossenen Filme sind jetzt beide entwickelt worden, hurra. Auf meinem Flickr könnt ihr euch sie natürlich anschauen. Auch anschauen solltet ihr euch das Portfolio von Claudia Kent, deren Ausstellung ich damals in der Neuköllner Kneiper The Club gesehen habe. Gleich dort nahm ich auch The Catalogue von Goodyn Green mit – sind beides ganz tolle Fotografinnen.

the club, berlin

P.S.: Mein kostenloser Speicherplatz bei Flickr ist so gut wie alle. Falls jemand Pro-Accounts zu verschenken hat… hier, interessiert!

A LOVERS DISCOURSE

7 Mai

Eigentlich ging ich davon aus, auf diesem Blog schon längst über Martin Petersen geschrieben zu haben. Zumindest habe ich gefühlte zig Mal unterwegs gedacht „Oh, Martin Petersen, der muss unbedingt auf meinen Blog!“, scheinbar vergaß ich, es umzusetzen. Da sehe ich, wie relevante Gedanken in meinem Kopf schnell mal untergehen. Jedenfalls:
Ich stieß vor ungefähr einem Jahr bei Tumblr auf seine Fotografien, die mich sofort überzeugten. Erinnernd an Nan Goldins Dokumentarfotografie gewährt er auf eine so ehrliche Art einen Blick auf sein Leben – speziell in den Aspekten Liebe und Freundschaft -, dass es sich nicht nur so anfühlt, ihn zu „kennen“, sondern ist auch der Identifikationswert sehr hoch. Ungeschönt, intim und entfernt von Heteronormativität, so ist der Zugang zu seiner Arbeit. Seit März gibt es hier sein Heft „A LOVERS DISCOURSE/A LOVERS DISCO“ zu kaufen (empfehle ich sehr, gibt auch ein hübsches Print dazu), außerdem ist er Art Director des SOVA MAGAZINES.

In meiner Hausarbeit „Das ungeschönte Selbst – Homemade-Ästhetik als Label für Authentizität“ bezog ich mich auf seine Arbeit und in Berlin hatte ich die Freude, ihn auf einen Photoautomat-Streifen, ein Späti-Bier und ein Konzertchen zu treffen. Wer sich einen Eindruck von seinen Fotografien und seiner Person verschaffen möchte, liest unbedingt dieses tolle Interview, das auf Selbstdarstellungssucht veröffentlicht wurde. Ich glaube, das Interview ist so gut, dass es für sich stehen kann.

The Nu Project

30 Apr

Nach der Verlosung der Platzvergabe für den NSU-Prozess ging ein ganz schöner Shitstorm auf die Brigitte los, weil sie vor überregionalen Zeitungen mit hohen Auflagen wie der FAZ (denn die haben ja am Wochenende bewiesen, wie gut sie den Zeitgeist aktueller Debatten widerspiegeln) oder der taz Zugang in den Gerichtssaal haben. Geltungssucht wurde der Frauenzeitschrift zugeworfen und warum sie sich überhaupt beworben hätte. Ich bin keineswegs Fan von der Brigitte (ich habe das Gefühl, die Themen wiederholen sich sowieso ständig und außerdem verbraten sie viel Kackscheiße), aber nicht alles, was sie produzieren, ist schlimm. Während der #Aufschrei-Debatte erschien dort schließlich ein Artikel, den ein Typ geschrieben hat und der zumindest besser als die von Feddersen & Co. KG ist.  (Gut, ist auch nicht so schwer.)
Dass „Hallo München“ oder RTL2 auch dabei sind, scheint niemanden so sehr zu stören wie die Befugnis der Brigitte. Da wären wir wieder beim altbekannten Sexismus angelangt. Treffend gesagt:

Anyway. Vorhin erschien auf meiner Timeline ein Retweet von der Brigitte: „Ja, wir können Spargel“, heißt es, „Wir können aber auch Gesellschaftspolitik.“ Mit einem Klick war ich auch schon vor Ort und stöberte durch deren Artikel. Dabei stieß ich auf ein wunderbares Fotoprojekt von Matt Blum und Katy Kessler mit dem Schwerpunkt auf Body-Positivity. Unter dem Titel „The Nu Project“ werden Frauen ohne Schminke, Kleidung und Nachbearbeitung der Körper abgelichtet. Mir haben die Fotos sehr gut gefallen. Hier ein paar meiner Favoriten.

Arm, aber der SHIT

4 Mrz

Berlin ist eine einzige Reizüberflutung. Überall sind Menschen, überall ist Bild, ist Ton, ist Leben. Eine sehenswerte Ausstellung kündigt sich der nächsten an, jeden Abend steigt irgendwo eine coole Party und ständig triffst du jemanden, den du noch von irgendwann kennst. Es ist anstrengend, aber ich liebe es.

Das Praktikum macht mir extrem viel Spaß, ich wohne wunderbar situiert und habe gefühlt nicht mehr tief durchgeatmet seit ich hier bin. Mein Instagram boomt, weil ich immerzu irgendwas festhalte, ich fühle mich wie eine Touristin in einem neuen Leben. Es ist unglaublich, wie billig hier alles im Verhältnis in Freiburg ist. Zum Beispiel macht es kaum einen Unterschied, ob du zuhause kochst oder auswärts isst.
Ich genieße es, 24/7 beschäftigt zu sein, fände aber ein paar freie Tage ganz schön. Ausschlafen, in ein Café gehen, dort ein bisschen lesen (wobei ich das Lesen momentan schon eine exzessive Tätigkeit ist) und Leute beobachten. Zu beobachten gibt es hier sehr viel. Zum Beispiel folgende Anekdote: Samstagnachmittag auf der Karl-Marx-Allee. Ich schleppe völlig fertig mich und meine Einkäufe nach Hause, nach langer Zeit scheint mal die Sonne und erhellt das Quartier. Alles blinzelt. Mir entgegen kommt ein junger Mann mit Kaputze, tiefe Augenringe unter riesigen Pupillen. Schlaf hat er schon länger nicht mehr gesehen. Es fährt ein riesiger Polizeibus an ihm vorbei, er formt seine rechte Hand zu einer Pistole, schießt in die Richtung des weiß-grünen Wagens, macht gleichzeitig ein „Puff“-Geräusch und setzt in der nächsten Sekunde wieder seine abwesende Mine auf.
(Vielleicht erscheint mir diese Szene auch nur so cool, weil ich selber so müde und nicht ganz bei mir war.)

Davon abgesehen trifft man auf so viel Kunst hier. Zum Beispiel habe ich mir The Catalog von der in Berlin lebenden Dänin Goodyn Green gekauft. Ich kannte einige ihrer Fotos schon von Tumblr, ihr sicherlich auch. In ihrem Katalog hat sie androgyne/queere Frauen in typischen Haltungen aus Schwulenpornos posieren lassen, was nicht nur gut/heiß aussieht, sondern auch zeigt, dass Gender wirklich keine Rolle spielt. Sehr empfehlenswert, das Heft!
Und wo wir schon mal beim Thema Fotografie wären, so wurde ich von der wunderbaren Alicia für ihr Projekt Riot Grrrl abgelichtet. Ebenfalls großartig finde ich ihr Projekt Beardictedcheckt ihre Seite auf jeden Fall mal aus!

Collagen

14 Feb

Im Schoß der Götter

Vor meiner Abreise nach Berlin habe ich es doch noch geschafft, mein Scrapbook zu digitalisieren. Ihr könnt euch das Ganze hier als Set anschauen, wenn ihr möchtet.

Inspirierende Frauen und die Liebesbeziehungen

15 Jan

In der Vorlesung zu Themen bei Neuer Kunst haben wir über Darstellungen von Liebe, Paarbeziehungen und Zusammenleben in der zeitgenössischen Kunst erfahren. Diese Verständnisse sind abseits von den konventionellen Vorstellungen aus Hollywoodfilmen und Weltliteratur. Einige der uns vorgestellten Frauen und ihre Projekte haben mich sehr beeindruckt, deshalb möchte ich euch sie und ihre Arbeit nicht vorenthalten.

Tracey Emin hat 1995 eine sehr kontroverse Kunstinstallation errichtet. Sie baute ein Zelt auf und hing Zettel mit Namen hinein. Das Werk nennt sich „Everyone I Ever Slept With 1963-1995“. Unter den 102 aufgelisteten Menschen waren auch ihre Oma und ein Fötus, den sie nie bis zum Ende ausgetragen hat. Die wohl erste Assoziation mit dem Titel wären Menschen, mit denen sie Sex hatte, tatsächlich ging es aber um all diejenigen, mit denen sie sich mal ein Bett geteilt hat.

Drei Jahre später konnte man ihre Installation „My Bed“ anschauen. Neben einem großen Bett lagen dort unter anderem blutige Unterhosen, Kondome und Zigaretten. Vor jeder Ausstellung legte sie alles selbst zurecht.

Die französische Künstlerin Sophie Calle veröffentlichte Autofiktionen. Die Kombination aus Fotos und kurzen Texten in Form von Geschichten und Anekdoten ist in Büchern gesammelt. Intim, skurril und provokativ erzählt sie von Sexritualen mit ihrem Exmann, veröffentlich die Abschiedsmail eines Ex-Liebhabers, die sie vorher von 107 ihrer Angehörigen kommentieren lassen hat oder von einer Fake-Hochzeit. Für Außenstehende ist es schwer zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, alles könnte erfunden sein, gleichzeitig aber auch ehrlich und wahr.


Valie Export lebte ihre Kunst vor allem in ihrem Auftreten. Ob mit ihrem damaligen Mann Peter Breibel (Fun Fact: aktuell ist er Direktor des ZKM in Karlsruhe) an der Leine, mit einer „Tastbox“ vor ihrer Brust auf der Straße oder ihrer „Genitalpanik“ sorgte sie für viel Irritation in der Öffentlichkeit.

Die amerikanische Fotografin Nan Goldin hat den unkonventionellen Alltag ihres Künstlerfreundeskreises auf intimen, schrägen Fotos festgehalten. All jene mehr oder weniger spontan entstandenen Hipsterfotos auf Tumblr, die Menschen nach dem Sex, beim Trinken oder anderweitig unterwegs zeigen, waren damals ihre Motive, die ihrer Zeit für viel Aufsehen sorgten. Ein krasses Foto von ihr kennen wohl die meisten von euch. Sie hat sich mit Verletzungen fotografiert, die ihr Liebhaber ihr zugefügt hat.

Marina Abramovic ist eine Künstlerin, die ich extrem interessant finde. Sie hat ihre zehnjährige Beziehung mit ihrem Partner Ulay wie ein einziges Kunstprojekt gelebt. Einzeldarstellungen wie „Expanding in Space“, „Relation in Time“ oder „Breathing In, Out“ regten zur Reflektion über eine andere Auffassung des Begriffes Liebesbeziehung an. In „Light and Dark“ werden sie gefilmt, wie sie sich zwanzig Minuten lang gegenseitig ohrfeigen, in „Rest Energie“ spannt sie einen Bogen, während er einen Pfeil auf ihr Herz richtet – eine Sekunde Konzentrationsverlust hätte sie ihr Leben gekostet. Im letzten Projekt fangen sie an verschiedenen Enden der Mauer in China an und laufen aufeinander zu. Das ganze kostet sie drei Monate – beim Zusammentreffen wollten sie entscheiden, ob sie heiraten oder sich trennen. (Letzteres geschah.) Mit Glück läuft der Film „Marina Abramovic – The Artist Is Present“ noch in euren Kinos.

Herbst in Bildern

17 Dez

Der Herbst ging so schnell vorbei, dass ich kaum den Übergang zum Winter spürte und überhaupt, ist er nicht eigentlich noch da? Fühlt sich nicht so an.

Dinge, die ich im Herbst genoss, jetzt nicht mehr in der Form machen kann, sind diese:

Untitled

balcony

oberau

Ohne Jacke auf dem Balkon chillen. Wir hatten Kürbissuppe, Zartbitterschokolade, Oktobersonne, kein Zeitgefühl, aber dafür einen Blick über die Freiburger Wiehre. Schön war’s.

Untitled

Untitled

blackforest

Untitled

Wandern mit trockenen Füßen/Herbstspaziergänge. Ich war für ein Wochenende in einer süßen kleinen Hütte im Schwarzwald und zum ersten Mal im Leben wandern. Es war zwar anstrengend, tat aber richtig gut, die Luft kühlte den aufgewärmten Körper ab und die Haut fühlte sich ganz weich an, die Wangen rosig. Man musste sich gar nicht dick anziehen, weil die Temperatur echt okay war. Generell Spaziergänge mit Sonne, Wind und warmen Farben, das Knistern des Laubs und die Aussicht auf einen Tee Zuhause werde ich vermissen.

birthday presents

wall of fake

Geburtstag haben. Geburtstag gefeiert, Geschenke bekommen, Kuchen gegessen – in dieser Kombination für die nächsten 11 Monate für mich nicht mehr drin.

Gibt es etwas, was ihr am Herbst vermissen werdet?

The XX, Zenith, München

13 Dez

Das Konzertjahr 2012 fand seinen glorreichen Abschluss am 30. November im Münchener Zenith. Dort sorgten nämlich John Talabot und The XX für einen Abend voll Intensität, Emotion und Bass. Ich war zuerst etwas skeptisch, weil ich die Befürchtung hatte, dass Menschen in München einen Stock im Arsch haben – das war zum Glück nicht der Fall. Stattdessen haben sie ein Faible für ihre Smartphones, die sie durchgehend im Film- und Fotomodus in die Höhe hielten. Der Anblick war irgendwie traurig, aber auch nervig, weil mir die Sicht versperrt wurde (und dabei bin ich schon so klein!).

Zenith, Munich

The XX spielten beide Platten, machten ein Live-Mashup von Shelter und überzeugten mit unglaublichen Visuals. Sie zeigten eben nicht nur musikalisch, sondern auch optisch, wie wenig Mittel es für einen großen Effekt braucht. Projizierte Abstraktionen, ihr bekanntes Riesen-X und eine abwechselnde Farbgebung des Objekts begeisterten mich so sehr, dass ich einen kompletten Film verschoss. Leider sind nicht alle Fotos etwas geworden. Mein Best of bekommt ihr hier zu sehen.

München als Stadt finde ich nebenbei bemerkt overrated.

Coexist

The XX, Zentih, Munich

The XX, Zentih, Munich

The XX, Zentih, Munich