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Mixtape: Best of 2014

13 Dez

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Finally. Gesellschaftlich und politisch ist viel Scheiße passiert, aber auch in der Musik gab es viele Flops. (Ich sag nur: Eminem und Iggy Iglesias.) Trotzdem: ES GAB NICHT NUR SCHLECHTES AN 2k14!

Ihre lang ersehnten und hinausgezögerten Debütalben veröffentlichten unter anderem Angel Haze, Azealia Banks, FKA twigs und Beatrice Eli. Das geschah nicht leise und unauffällig, sondern erlebte einen Sturm der Begeisterung – zurecht. Über LP1 von twigs bloggte ich hier sogar. Mit Beatrice Eli führte ich letzte Woche ein Skype-Interview, das ihr bald auf Missy Online lesen könnt. Eine ausführlichere Rezension gibt es Anfang nächsten Jahres in der taz.

Mit einzelnen Tracks teasten hingegen Tami Tamaki, Hannah Diamond, Ibeyi und Schnipo Schranke. Erstere ist übrigens auch im schwedischen Spielfilm „Something Must Break“ von Esther Martin mit „I Never Loved This Hard, This Long Before“ zu hören, vor ein paar Monaten konntet ihr das Lied auf dem Bound 2 Tape hören. Anfang des Jahres kam ich auch in den Genuss, sie im Leipziger Westwerk live zu sehen und ein bisschen mit ihr zu schnacken. Super interessante Person, ihr solltet sie unbedingt im Blick behalten!

Geehrt wurde dieses Jahr immer wieder Queen Bey: Ob im M.I.A.-Remix, in der Kollaboration mit Nicki Minaj oder tanzend mit ihrer Girl Gang in Boy-Briefs. Auf Beyoncé war mal wieder Verlass, sie brachte gute Styles, viel Gossip bezüglich ihrer Ehe mit Jay-Z (inklusive eines Trailers für „ON THE RUN“ – einem Film, der nie erschien) und arbeitete mit Qualitätsmenschen zusammen. (Anders als J.Lo, die ihren Booty-Song lieber mit der rassistischen Iggy Azalea machte. Sie hätte alles haben können und trifft dann diese Entscheidung. Sehr enttäuschend.

Nicki Minaj selbst hingegen brachte neben anti-semitischen Tweets und dem Flawless-Remix einen eigenen Smash-Hit raus: Mit Anaconda war der Anilingus-Diskurs in der Popmusik nicht mehr auszublenden. Und ein frisches Album gibt es auch! Im Frühjahr 2015 habt ihr sogar die Möglichkeit, sie live zu sehen, wenn ihr wollt. Ich werd das definitiv tun.

Wie auch ihre Partnerin Beatrice Eli feiert Silvana Imam ihren Erfolg als queere Newcomerin in Schweden. Ihre Super-EP „När du ser mig“ spielte sie auch, als ich sie im Oktober in Göteborg live sah. Sehr empowernd, so fierce Middle-Eastern Queers zu sehen!

Coole Alben brachten auch Warpaint, Bombay Bicycle Club, Fenster, Könsförradare, Lykke Li und Jessie Ware raus, eine EP hingegen gab es auch von EASTER. Und wer ab und zu Spotify hört, wird nicht an Kiesza vorbeigekommen sein.

Meine 21 liebsten, 2014 veröffentlichten Hits könnt ihr euch jedenfalls auf meinem neuen Mixtape anhören. Was mich dieses Jahr sonst noch entzückt hat, könnt ihr auf den anderen 2014 erschienen Listen nachsehen. Und ich würde gern wissen, welche Lieder, Alben oder Musikvideos euch dieses Jahr umgehauen haben?

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My Body, My House #1

10 Nov

Cover

 

Hurra, hurra, mein erstes großes Zine-Projekt gibt es jetzt auch online: Unter dem Titel My Body, My House sammelte und arbeitete selbst an Beiträgen wie Collagen, Texten, Comics und Gedichten rund um das Thema Körper. Auf dem Mini-Queer-Zine-Fest im September gab es die ersten Print-Ausgaben zu kaufen, die sind momentan allerdings vergriffen und müssen nachgedruckt werden. Dafür gibt es die Online-Ausgabe hier zu lesen und zwar kostenlos. Viel Spaß damit!

Mini Queer Zine-Fest Haul PT. I

19 Sep

Vor knapp zwei Wochen fand im FAQ in Neukölln das Mini Queer Zine-Fest statt, wo ich nicht nur mein erstes größeres Zine ausgestellt und verkauft habe, sondern auch viele tolle Hefte mitgenommen habe. Nach und nach möchte ich euch meine Ausbeute zeigen und kurz rezensieren. Teil 1 beginnt jetzt.

IMGP5058 Weiterlesen

Richtig schlimm: Rassismus gegen whities

5 Sep

Wer kennt diese harte systematische Unterdrückung nicht: Täglich werden weiße Deutsche von People of Color und Schwarzen Menschen auf institutionalisierter Ebene fertig gemacht. Ihre Street Credibility wird niedrig eingeschätzt, mit ihren Haaren lassen sich keine Braids machen und manchmal werden sie „Kartoffel“ genannt.

#SchauHin hat einen Clip über diesen sogenannten umgekehrten Rassismus gedreht und es wurde bald klar: Well, shit, there is no such thing as reverse racism. All die weißen Tränen wurden also umsonst vergossen.

Feuilleton-riffic: FKA twigs

9 Aug

Die letzte Woche war musiktechnisch gesehen mit vergoldeneten Veröffentlichungen geprägt: Erst droppen Beyoncé und Nicki Minaj den ***Flawless (Remix), gestern veröffentlichte FKA twigs ihr erstes Album LP1 und gibt frische Impulse in die Indie-Sphäre.  Jene Fans, die bereits vor zwei Jahren bei der ersten ihrer zwei EPs Blut geleckt haben und seitdem hungrig auf Nachschub warten, rasten genau so aus wie Neuentdecker_innen.

Bild: Promo

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Rituale

21 Mrz

Forced to examine ourselves in ways many normally avoid, Rituals as a project sought to capture the moment in which we our lives become devoid of distraction and we become intimately aware of ourselves. By photographing people’s personal beauty rituals I attempted to capture this awareness, this intimacy that occurs only when one is forced to examine their own body, the most basic thing that is theirs, and build upon it.

Noorann Matties

Noorann Matties, Rituals

Das äußere Erscheinungsbild kann als  Ausdrucksmittel genutzt werden. Die Gesamtperformance aus Frisur, Kleidung, (Körper-)Schmuck und ggf. Schminke ist der Drag einer jeden Person, selbst wenn der Drag-Begriff oft mit Drag Queens & Kings in Verbindung gebracht wird.

Wie der nackte Körper zum Ergebnis kommt, wird jedoch häufig außer Acht gelassen. Besonders das Schminken in der Öffentlichkeit wird (von Typen, die bekanntlich zu allem ihre Meinung äußern müssen) als „peinlich“ oder „oberflächlich“ angesehen – umso cooler, wenn das Nachbessern oder komplette Bemalen* schamlos außerhalb des Badezimmers stattfindet. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht fierce fühle, wenn ich draußen meinen Lippenstift auftrage. Dieser Konventionsbruch, und sei er noch so klein, empowert mich.

Noorann Matties, Rituals

Noorann Matties fotografierte einige Menschen während ihrer Schönheitsrituale und hielt die situative Intimität fest. Entstanden sind dabei wunderschöne Fotos – wobei ich an dieser Stelle ihre gesamte Arbeit mit einem rosa Herzen markieren möchte. Die Reihe könnt ihr euch hier in ihrer Gesamtheit anschauen.

*Ich betone hier die positive Konnotation. Malen wie ein Kunstwerk gemalt wird. Es ist nämlich völlig legitim, Make-Up zu tragen und es zu lieben.

 

Selfie-Empowerment

27 Nov

[CW: Kommentare mit lookistischen, fat-shamenden, sexistischen Inhalten werden zitiert.]

Wort des Jahres ist laut dem Oxford Dictionary „selfie“. Wurde auch mal Zeit! Die Königin der Selfies bereicherte die Welt mit ihren Selbstbildnissen bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Aber auch nach Frida Kahlos Lebzeiten bleibt es populär, sich die Sichtbarkeit auf dieser Welt zu schaffen.

Darum geht es bei Selfies nämlich: Sichtbarkeit. Für allem für alle jene, die nicht auf Zeitschriftencovern, in Modereklamen und als Hauptrollen für Mainstreamschnulzen zu sehen sind. Anders als auf Jezebel behauptet wird sind Selfies kein Hilfeschrei, sondern in der Tat empowernd. Ich wurde wirklich wütend, als ich las, wie eine weiße, schlanke, ableisierte Journalistin mir meine Erfahrungen absprechen und bestimmen will, was als empowernd zu empfinden ist und was nicht. Weiterlesen