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„things i told the internet, but never told my mum“

22 Nov

Mir fällt es leichter, im Internet über Kopfprobleme zu sprechen als mit Angehörigen. Erst Recht, wenn es die eigene Mutter ist.

Die Fotografin Anna Ladd hat die wunderbare Fotoserie „things i told the internet, but never told my mum“ geschaffen. Sätze über ihr Befinden hat sie zu Girlanden verwandelt und sie an urbanen Stellen aufgehangen. Diese Form der Öffentlichkeit impliziert nicht nur die Transformation von digitalen Lettern auf Papier, sondern auch die Sichtbarmachung von Ängsten an alltäglichen Schauplätzen.

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Mädchenträume

18 Nov

Anika und ich machten einen Thing-Swap und da ihr früher ihren Blog las, kommen mir mit dem Begriff „Mädchenträume“ viele Erinnerungen hoch. Der Blog hieß zwar „Träume eines lächerlichen Mädchens“, aber nun denn. Ich ging noch zur Schule und träumte, wie viele andere in meinem Alter wohl auch, von meinem Auszug. In die Großstadt wollte ich. In eine Altbauwohnung mit hohen Decken und großen Fenstern. In der Küche sollte ganz viel ungleiches Geschirr stehen, eine große Teesammlung und Kerzen. An die Wände würde ich, wie auch in meinem Jugendzimmer, Flyer, Poster, Postkarten, Eintrittskarten von Konzerten und Kinofilmen und Fotos aufhängen. Ich wollte so gern dieses weiße Metallbett von Ikea und eine Lichterkette durch die Schnörkel stecken. Die Bettwäsche sollte so blumig sein, wie mein Haarshampoo roch. Dann würde ich im Dunkeln auf diesem Bett sitzen, Musik (natürlich in Vinyl-Form!) hören, Räucherstäbchen anzünden, Teetrinken und innere Ruhe finden. Innere Ruhe, die von diesem Gefühl, endlich angekommen zu sein, geprägt ist.

Die Musik würde alt sein und trotzdem aktuell, inspirierend, aber irgendwie immer ein bisschen traurig.

Als ich tatsächlich auszog, merkte ich, dass so eine Altbauwohnung weder einfach zu finden, noch besonders günstig ist. Mein Plattenspieler springt ein bisschen rum, ich fand ihn für 6€ auf dem Flohmarkt und er reicht gerade so davon, um mein geliebtes Album „XX“ abzuspielen. Das Bett und die Lichterkette und diese Sache mit den Wänden und dem Tee, die hab ich trotzdem. Jugendträume sind nicht umbedingt realistische Zukunftspläne, aber sie halten uns am Leben. Sie sind dieses Licht, das niemals vergeht. Dieses eine, an das wir glauben, während wir uns der Kleinstadttristesse hingeben. Diesem großen Grau, in dessen Mitte unsere Schule platziert ist. Ein Gebäude, in dem Leistungsdruck und Aversion schon von weitem aus den Fenstern zu erkennen sind. Aber in den Pausen dieser eine Gedanke: Wenn ich hier raus bin, dann wird das schon irgendwie gut.

Dabei bin ich gar nicht enttäuscht darüber, dass mein Leben jetzt gerade nicht eins zu eins so aussieht, wie ich es mir ausmalte. Schließlich habe ich mich verändert, meine Ansprüche und Prioritäten sind andere, ich bin flexibler. Träume verändern sich mit uns. Und vielleicht schaffe ich es doch mal länger als nur für zwei Monate in so ein verdammtes Altbaugebäude in der Großstadt.

Als Anika letzte Woche ihren neuen Blog unter dem Namen Mädchenträume öffnete (ich finde, „öffnen“ ist ein passendes Wort, weil Blogs wir mich ein bisschen wie schöne Orte sind, an denen eins rumhängen kann, wie Cafés), war mein Grinsen breit, dass sie diesen Namen wählte.

Der Kälte die Zähne zeigen

21 Okt

Himmel grau, das Gelb in den Blättern bleicht auch schon aus und von nassen Fahrradsätteln will ich gar nicht erst anfangen: Wir haben’s jetzt alle verstanden, der Herbst ist da. Für einen Schattenmenschen wie mich nicht unbedingt das schlimmste, aber gute Musik bessert grundsätzlich jede Jahreszeit auf.

Deshalb habe ich die aktuelle Ausgabe der GRRRL POWER ein bisschen mit Kürbisgewürz und Zimt aufgepeppt, will heißen, meinen aktuellen Bedürfnissen angepasst.
Sind das alles Herbstlieder? Ja und nein. Die Herbstidee kam mir erst beim Erstellen des Covers und beim Sortieren der Reihenfolge. Dabei sind elektronische Beats zum wärmenden Tanzen, laute Gitarren als symbolischen Mittelfinger für jenen Regen, mir jegliche Brillensicht nimmt, gemütliche Akustiksachen für Tee und gedimmtes Licht und so winterdepressivangehauchte Klangkosmen.

Ich freue mich sehr darüber, dass eines meiner aktuellen Lieblingsstücke – „Friend Crush“ von Friends – dabei ist, ein fierces Lied über Menstruation von Respect My Fist und ein Song für alle Dauerherzschmerzis von der Tattookünstlerin Amanda Mogrim. Ich empfehle euch dringend, ihr Soundcloud auszuchecken. Vielleicht sieht es nicht nach viel Musik aus (quantitativ gesehen), aber ich liebe den Stream.

Genug von meiner Seite, hört nun gern rein, verbreitet es, esst Kürbissuppe.

Viel Kathleen Hanna, keine Male Tears

9 Sep

Produktiver Prokrastinationsmontag mit Photoshop war heute Motto in meinem Home-Office. Neuer Header, neues Quatschbild für die Seitenleiste und das Cover für die neue Ausgabe der Mixtape-Reihe „GRRRL POWER“ kamen dabei heraus.

Wie immer hoffe ich, dass musikalisch für jede_n was dabei ist. Sollte es Künstlerinnen* geben, die euch auf den Tapes fehlen, sagt mir gern bescheid, ich höre sie mir gerne an. So, genug geschnackt, Lautsprecher aufdrehen und los geht’s.

Can’t hold us down

1 Sep

Und hier ist sie, die vierte Ausgabe meiner Mixtape-Reihe Grrrls Power mit wunderbaren Tracks toller Künstlerinnen. Die einen Songs werdet ihr wohl schon in- und auswendig kennen, andere vielleicht nicht. So oder so, ich hoffe, das Tape gefällt euch und schenkt euch den einen oder anderen empowernden Moment. Verteilt es gern über’s ganze Internet, druckt euch das Cover aus und macht es physisch, ganz wie ihr möchtet.

 

Neu eingetroffen: Die Preziöse #2

29 Aug

IMGP2827

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Cultural Appropriation ausführlich erklärt

23 Aug

Ich gebe zu, dass meine Einträge zum Thema oft zu kurz fallen (aus momentanem Zeit- und Energiemangel), aber bei der Mädchenmannschaft gibt’s anhand des Beispiels der neuen dekorativen Kosmetikreihe „African Soul“ von Alverde einen Text, der all eure Fragen beantworten sollte. Sämtliche andere Beispiele und Aneignungen werden angesprochen. Und wie ihr lesen könnt, macht Kulturaneignung PoC sehr wohl etwas aus.