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GRRRL POWER in GRRRL COVERS

10 Jun

 

Ich drück mich vor Unikram. Davon profitiert mein Spaß und gegebenenfalls ihr, denn ich habe einen neuen GRRRL POWER Sampler gemacht. Das Besondere an der Volume 3 ist, dass es sich um reine Coversongs handelt. Die meisten, aber nicht alle, waren vorher von Typen gespielt. Die Cover sind nicht alle besser, aber auf jeden fall auch großartig.

Mir ist aufgefallen, dass im Gegensatz zu den vorherigen Mixes langsamere Lieder dabei sind. Ist aber doch auch mal ganz schön. Entschuldigt bitte die miese Qualität teilweise, manche Songs fand ich nur in Liveversionen. Aber jetzt: Enjoy & spread it!
grrrlpower3

Fat Pride, Mumins und Lesbenpornos

25 Mai

Nach meinem Mini-Urlaub bin ich wieder frisch und bereit für abgetippten Schabernack. Worüber ich in der letzten Woche an Lesens- und Sehenswertem im Netz gestolpert bin, findet ihr in dieser kleinen Linksammlung.

Stell dir vor, du willst eine Anzeige wegen Vergewaltigung erstatten, nimmst alle Kraft zusammen, gehst zur Kriminalpolizei – und wirst nach Hause geschickt. WTF, nicht wahr? Ist aber Realität, schreibt Debs.

„Back off my fat body“, fordert Dances With Fat. Bei der Mädchenmannschaft wurde der empowernde Artikel von Anna-Sarah ins Deutsche übersetzt.

Einen hauskritischen Artikel über diskriminierende Sprache gibt es in der taz zu lesen. Daniel Bax schreibt, warum political correctness eher mit Respekt und Höflichkeit als mit erzwungenen Floskeln zu tun hat.

Selbigen Ortes ist auch eine (sehr stark) gekürzte Version meines Interviews mit Nadine Lantzsch, die gemeinsam mit Leah Bretz das Queer_Feminismus-Buch für den Unrast Verlag geschrieben hat. Hier stellt sich vor allem die Frage der Selbstverortung und dem Eingestehen von Privilegien.

Was können wir aus der Welt von Tove Janssons Mumins lernen? Im BuzzFeed gibt es eine Liste mit 50 Dingen über das Leben.

Und einen Lacher hat mir das Video von wickydkewl verschafft. Wie unauthentisch „Lesben“-Pornos sind, ist nichts Neues. Die Reaktionen von tatsächlichen Lesben sprechen uns teilweise von der Seele.

 

A LOVERS DISCOURSE

7 Mai

Eigentlich ging ich davon aus, auf diesem Blog schon längst über Martin Petersen geschrieben zu haben. Zumindest habe ich gefühlte zig Mal unterwegs gedacht „Oh, Martin Petersen, der muss unbedingt auf meinen Blog!“, scheinbar vergaß ich, es umzusetzen. Da sehe ich, wie relevante Gedanken in meinem Kopf schnell mal untergehen. Jedenfalls:
Ich stieß vor ungefähr einem Jahr bei Tumblr auf seine Fotografien, die mich sofort überzeugten. Erinnernd an Nan Goldins Dokumentarfotografie gewährt er auf eine so ehrliche Art einen Blick auf sein Leben – speziell in den Aspekten Liebe und Freundschaft -, dass es sich nicht nur so anfühlt, ihn zu „kennen“, sondern ist auch der Identifikationswert sehr hoch. Ungeschönt, intim und entfernt von Heteronormativität, so ist der Zugang zu seiner Arbeit. Seit März gibt es hier sein Heft „A LOVERS DISCOURSE/A LOVERS DISCO“ zu kaufen (empfehle ich sehr, gibt auch ein hübsches Print dazu), außerdem ist er Art Director des SOVA MAGAZINES.

In meiner Hausarbeit „Das ungeschönte Selbst – Homemade-Ästhetik als Label für Authentizität“ bezog ich mich auf seine Arbeit und in Berlin hatte ich die Freude, ihn auf einen Photoautomat-Streifen, ein Späti-Bier und ein Konzertchen zu treffen. Wer sich einen Eindruck von seinen Fotografien und seiner Person verschaffen möchte, liest unbedingt dieses tolle Interview, das auf Selbstdarstellungssucht veröffentlicht wurde. Ich glaube, das Interview ist so gut, dass es für sich stehen kann.

The Nu Project

30 Apr

Nach der Verlosung der Platzvergabe für den NSU-Prozess ging ein ganz schöner Shitstorm auf die Brigitte los, weil sie vor überregionalen Zeitungen mit hohen Auflagen wie der FAZ (denn die haben ja am Wochenende bewiesen, wie gut sie den Zeitgeist aktueller Debatten widerspiegeln) oder der taz Zugang in den Gerichtssaal haben. Geltungssucht wurde der Frauenzeitschrift zugeworfen und warum sie sich überhaupt beworben hätte. Ich bin keineswegs Fan von der Brigitte (ich habe das Gefühl, die Themen wiederholen sich sowieso ständig und außerdem verbraten sie viel Kackscheiße), aber nicht alles, was sie produzieren, ist schlimm. Während der #Aufschrei-Debatte erschien dort schließlich ein Artikel, den ein Typ geschrieben hat und der zumindest besser als die von Feddersen & Co. KG ist.  (Gut, ist auch nicht so schwer.)
Dass „Hallo München“ oder RTL2 auch dabei sind, scheint niemanden so sehr zu stören wie die Befugnis der Brigitte. Da wären wir wieder beim altbekannten Sexismus angelangt. Treffend gesagt:

Anyway. Vorhin erschien auf meiner Timeline ein Retweet von der Brigitte: „Ja, wir können Spargel“, heißt es, „Wir können aber auch Gesellschaftspolitik.“ Mit einem Klick war ich auch schon vor Ort und stöberte durch deren Artikel. Dabei stieß ich auf ein wunderbares Fotoprojekt von Matt Blum und Katy Kessler mit dem Schwerpunkt auf Body-Positivity. Unter dem Titel „The Nu Project“ werden Frauen ohne Schminke, Kleidung und Nachbearbeitung der Körper abgelichtet. Mir haben die Fotos sehr gut gefallen. Hier ein paar meiner Favoriten.

„i dont want to be infantilized because i refuse to be sexualized“

24 Apr

im tired of being considered vapid for liking pop music or caring about fashion as if these things inherently lack substance or as if the things i enjoy somehow make me a lesser person

Meine persönliche Heldin ist momentan schon so Grimes. Warum? Mindestens darum. Aber auch für ihr kulturelles Bewusstsein. Und ihre Musik natürlich.

I’m sad that my desire to be treated as an equal and as a human being is interpreted as hatred of men, rather than a request to be included and respected

Inspirierende Frauen und die Liebesbeziehungen

15 Jan

In der Vorlesung zu Themen bei Neuer Kunst haben wir über Darstellungen von Liebe, Paarbeziehungen und Zusammenleben in der zeitgenössischen Kunst erfahren. Diese Verständnisse sind abseits von den konventionellen Vorstellungen aus Hollywoodfilmen und Weltliteratur. Einige der uns vorgestellten Frauen und ihre Projekte haben mich sehr beeindruckt, deshalb möchte ich euch sie und ihre Arbeit nicht vorenthalten.

Tracey Emin hat 1995 eine sehr kontroverse Kunstinstallation errichtet. Sie baute ein Zelt auf und hing Zettel mit Namen hinein. Das Werk nennt sich „Everyone I Ever Slept With 1963-1995“. Unter den 102 aufgelisteten Menschen waren auch ihre Oma und ein Fötus, den sie nie bis zum Ende ausgetragen hat. Die wohl erste Assoziation mit dem Titel wären Menschen, mit denen sie Sex hatte, tatsächlich ging es aber um all diejenigen, mit denen sie sich mal ein Bett geteilt hat.

Drei Jahre später konnte man ihre Installation „My Bed“ anschauen. Neben einem großen Bett lagen dort unter anderem blutige Unterhosen, Kondome und Zigaretten. Vor jeder Ausstellung legte sie alles selbst zurecht.

Die französische Künstlerin Sophie Calle veröffentlichte Autofiktionen. Die Kombination aus Fotos und kurzen Texten in Form von Geschichten und Anekdoten ist in Büchern gesammelt. Intim, skurril und provokativ erzählt sie von Sexritualen mit ihrem Exmann, veröffentlich die Abschiedsmail eines Ex-Liebhabers, die sie vorher von 107 ihrer Angehörigen kommentieren lassen hat oder von einer Fake-Hochzeit. Für Außenstehende ist es schwer zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, alles könnte erfunden sein, gleichzeitig aber auch ehrlich und wahr.


Valie Export lebte ihre Kunst vor allem in ihrem Auftreten. Ob mit ihrem damaligen Mann Peter Breibel (Fun Fact: aktuell ist er Direktor des ZKM in Karlsruhe) an der Leine, mit einer „Tastbox“ vor ihrer Brust auf der Straße oder ihrer „Genitalpanik“ sorgte sie für viel Irritation in der Öffentlichkeit.

Die amerikanische Fotografin Nan Goldin hat den unkonventionellen Alltag ihres Künstlerfreundeskreises auf intimen, schrägen Fotos festgehalten. All jene mehr oder weniger spontan entstandenen Hipsterfotos auf Tumblr, die Menschen nach dem Sex, beim Trinken oder anderweitig unterwegs zeigen, waren damals ihre Motive, die ihrer Zeit für viel Aufsehen sorgten. Ein krasses Foto von ihr kennen wohl die meisten von euch. Sie hat sich mit Verletzungen fotografiert, die ihr Liebhaber ihr zugefügt hat.

Marina Abramovic ist eine Künstlerin, die ich extrem interessant finde. Sie hat ihre zehnjährige Beziehung mit ihrem Partner Ulay wie ein einziges Kunstprojekt gelebt. Einzeldarstellungen wie „Expanding in Space“, „Relation in Time“ oder „Breathing In, Out“ regten zur Reflektion über eine andere Auffassung des Begriffes Liebesbeziehung an. In „Light and Dark“ werden sie gefilmt, wie sie sich zwanzig Minuten lang gegenseitig ohrfeigen, in „Rest Energie“ spannt sie einen Bogen, während er einen Pfeil auf ihr Herz richtet – eine Sekunde Konzentrationsverlust hätte sie ihr Leben gekostet. Im letzten Projekt fangen sie an verschiedenen Enden der Mauer in China an und laufen aufeinander zu. Das ganze kostet sie drei Monate – beim Zusammentreffen wollten sie entscheiden, ob sie heiraten oder sich trennen. (Letzteres geschah.) Mit Glück läuft der Film „Marina Abramovic – The Artist Is Present“ noch in euren Kinos.

Klotürlyrik

15 Dez

Jedes Mal, wenn ich öffentliche Toiletten benutze, freue ich mich über die vielen Beschriftungen an den Wänden und Türen. Besonders viel Charme haben meiner Meinung nach Gedichte und Weltverbesserungszeilen. Ich frage mich, ob sie aus einem bestimmten Grund an diesen Stellen stehen, hätte es zum Beispiel auch das Klo nebenan sein können oder eine Hauswand? Verbinden sie mit der speziellen Kabine etwas oder allgemein mit der Location?

Meine Lieblingspassage, von dem ich hier schon mal erzählt hatte, hat sich nach so langer Zeit immer noch in mein Gedächtnis eingebrannt, ich würde es mir am liebsten an die Zimmerwand schreiben, verspüre aber die Barriere, dass es vielleicht die Erinnerungen fremder Menschen sind, die ich zu meinen eigenen zu machen versuche. Die Zeilen finde ich allerdings zu treffend und schön formuliert als dass ich sie für mich behalten wollen würde.

Der Wind fegte über die Oberfläche der Welt,
drang in unsere Körper
& verschaffte uns eine Pause von dem
verzweifelten Klopfen unserer Herzen.

Ich verbinde mit diesen vier Zeilen so vieles, vor allem Hamburg, das Uebel & Gefährlich, die eine Nacht, in der ich sie zum ersten Mal las und ein Drücken in der Brustgegend, den Wunsch, auf einem Parkdeck zu sitzen und den Wind der Dämmerung an den Wangen zu spüren.

Gibt es Klosprüche, die sich bei euch so eingeprägt haben oder die ihr immer wieder gerne lest, wenn ihr das stille Örtchen benutzt?

Milchmaedchenmonolog

4 Mai

Lange Zeit hab ich von mir kein Lebenszeichen gegeben, deshalb gibt es für alle, die gern viel lesen wollen, einen Verweis auf einen eben dank einer Freundin entdeckten Blog: Den Milchmaedchenmonolog.
Die Texte sind witzig, authentisch und vor allem mit realem Bezug geschrieben, besonders die Beispiele aus Berlin-Mitte bringen mich zum Schmunzeln. Der Artikel Wasted Berlin Youth ist bisher mein Favorit. Wäre das eine Petition, würde ich sie sofort ausdrucken und unterschreiben, ihr solltet ihn mindestens überfliegen.

5 Gerüche aus der Kindheit

1 Apr

Kennt ihr das auch, dass ihr mit unterschiedlichen Gerüchen bestimmte Dinge oder ganze Erinnerungen im Kopf habt, egal ob im positiven oder negativen Sinne? Ich bin gerade in mich gegangen und habe in meinem Notizbuch aufgeschrieben, was ich mit meiner Kindheit assoziiere. Es sind so viele Bilder wach geworden und ich schwelge gerade in Nostalgie.

1) Gebrannte Mandeln und Zuckerwatte auf dem Jahrmarkt
Wir hatten zwar meistens kein Geld um uns diesen Luxus zu gönnen, aber ich liebte es als kleines Mädchen trotzdem, mit meinem Vater auf den Jahrmarkt zu fahren und die Düfte, Lichter, Geräusche, Farben und Menschen dort wahrzunehmen. Irgendwann wurde es zu kalt und ich zu müde, also gingen wir nach Hause

2) Torshi im VW-Bus
Nachdem meine Eltern auf die blöde Idee kamen, das von mir bis heute noch verhasste Torshi (so etwas Ähnliches wie Chutney) mit unserem VW-Bus zu transportieren, hatte ich das Gefühl, es war für immer da. So verbinde ich den Geruch mit dem zu spät Kommen in der Schule, dem Warten während meine Eltern „schnell“ einkaufen waren und wir im Halteverbot standen, sowie dem einen Mal, als wir auf der Autobahn feststeckten.

3) Karstadt-Parfümerie
Jedes Mal, wenn es mit meiner Mutter in die Stadt ging – also jeden Samstag – war der erste Halt in ihrem Lieblingskaufhaus. Direkt im Eingangsbereich wurde man von einer aggressiv-künstlichen Duftwolke in Empfang genommen. Sie spritzte immer ein bisschen vom Oilily-Tester auf meinen Hals bevor ich in die Spielzeugabteilung durfte. Dort ging es nie darum, was sie mir kaufen sollte, denn ich wusste, dass ich all die Dinge nicht bekommen würde. Doch ich lief zwischen die Regale, nahm alles in die Hand und untersuchte jedes noch so winzige Detail. Ich stellte mir vor, wie es wohl wäre, dieses oder jedes Spielzeug tatsächlich zu besitzen. Wie es sich wohl neben meinen Barbiepuppen in meinem Zimmer machen würde? Und ob ich es mit nach draußen nehmen würde?
Manchmal dachte ich noch nachts im Bett daran, ich träumte davon. Ich hatte das Gefühl, mich mehr mit den Puppen auseinanderzusetzen als deren tatsächliche Besitzerin es getan hat.

4) Karamellisierte Zwiebeln
Die Regel hat sich bestätigt: Ohne Zwiebeln und Kurkuma schmeckt kein Essen der Welt, das herzhaft sein will. Genauso roch eben auch unsere komplette Wohnung, aber auf keine penetrante, aufdringliche Art und Weise. Es war nur so: Wenn man zur Tür reinkam, dann wusste man, dass es bald zu Mittag geben würde. Das ist allerdings eine Erinnerung aus der späten Kindheit, aus der Zeit, in der wir schon in Buchholz lebten, also nach Grundschule.

5) Sommerregen
Wenn wir im Iran waren, dann meistens im Sommer. Zu der Zeit ist es in Teheran besonders heiß, die Luft riecht nach Autoabgasen, Gebäck, Rosenwasser und diesem süßen Naturduft, den meine Oma immer trägt. Ich liebe diese Gerüche, vor allem den aus den Konditoreien, es machte mich so glücklich, an ihnen vorbeizulaufen.

Doch manchmal regnete, nein gewitterte es nachts sehr stark. Danach war die Luft so sauber und wundervoll rein, dass ich raus und einfach nur tief Luft holen wollte. Es war so ein erleichterndes Gefühl, so ein gemütliches, so ein Gefühl von Sicherheit, Hoffnung und Familie, das sich in mir breit machte. Ich vermisse diesen Duft so sehr.

Wie sieht’s mit euren Erinnerungen aus?

Mit den schönsten Songs der Welt durch das schönste aller Leben

15 Feb

In Freiburg herrscht graues Wetter. Regenschirme werden vom Wind weggeblasen, Schneeregen bedeckt alles und der Boden ist matschig. Immerhin wird es wärmer, ich musste mir heute keine Strumpfhose unter die Jeans ziehen, der Frühling naht. Hurra.

Wem das noch nicht reicht, der möge sich diesen wunderbaren Song vom Tomte anhören. Er lief über meine Kopfhörer, als ich mich durch das Mistwetter kämpfte und erfüllte mich mit Glückseligkeit.