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My Body, My House #1

10 Nov

Cover

 

Hurra, hurra, mein erstes großes Zine-Projekt gibt es jetzt auch online: Unter dem Titel My Body, My House sammelte und arbeitete selbst an Beiträgen wie Collagen, Texten, Comics und Gedichten rund um das Thema Körper. Auf dem Mini-Queer-Zine-Fest im September gab es die ersten Print-Ausgaben zu kaufen, die sind momentan allerdings vergriffen und müssen nachgedruckt werden. Dafür gibt es die Online-Ausgabe hier zu lesen und zwar kostenlos. Viel Spaß damit!

13 wirklich gruselige Halloween-Kostüme

7 Okt

Bis Halloween sind es zwar noch ein paar Wochen hin, aber die Geschäfte preisen ihre kackscheiszigen Perücken und Kostüme jetzt schon aggressiv an. Dass es rassistisch ist, sich als Schwarze Person, Mexikaner_in, Sinti und Roma, People of First Nations, Inuit, you name it, zu verkleiden, ist bei vielen in Deutschland noch nicht angekommen. Auch sind gegenderte Kostüme in der Regel sexistisch: Als Frauisierte ist es schwer, ein Kostüm zu finden, dass nicht „sexy“ ist.

Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht und mir einfach umsetzbare D.I.Y.-Kostüme ausgedacht. Horror habe ich für mich selbst definiert und an alltägliche Dinge gedacht, die mir kalte Schauer von Angstschweiß verpassen.  Weiterlesen

Pink stinkt nicht, ihr Lauchs!

18 Jun

Wenige Phänomene sind so polarisierend wie Pinkstinks. Maximal die Frage, ob Käse Dessert sein darf, kann hier mithalten. Während letzteres eine Sache des Geschmacks ist, ist Pinkstinks für mich eine Frage der Logik. Es ist ja bei vielen Sachen so, dass sie auf dem ersten Blick so richtig geilomeilo und amazing sind, bei sich beim genaueren Nachdenken aber als superproblematisch und uncool erweisen.

Ich weiß immer gar nicht, wo ich anfangen soll, wenn ich erklären soll, dass Pinkstinks eher nicht so geilomeil ist. Vielleicht versuche ich es mal so:

You must be shitting me with that name of yours

Allein der Name ist so problematisch, dass ich mich frage, wie sich als Feminist_innen bezeichnende Menschen unter diesem Titel einen Kampf führen können. Es erschließt sich mir nicht. (Und ich bin nicht diejenige, die Gender Studies studiert hat.) Was impliziert der Name denn?
Der Name wertet Femininität ab und macht queere Kämpfe unsichtbar beziehungsweise stellt sie als irrelevant dar. Die Kampagne existiert in keinem sozialen Vakuum, sondern in einer Soziokultur, in der Pink_Rosa für Femininität, Frauen*, Homosexualität, Optimismus, Spaß, Kindlichkeit und Sexualität an sich steht. Der Slogan „Pink stinks!“ diskreditiert all dies. So funktioniert Semiotik. So funktioniert Sprache. Weiterlesen

Rituale

21 Mrz

Forced to examine ourselves in ways many normally avoid, Rituals as a project sought to capture the moment in which we our lives become devoid of distraction and we become intimately aware of ourselves. By photographing people’s personal beauty rituals I attempted to capture this awareness, this intimacy that occurs only when one is forced to examine their own body, the most basic thing that is theirs, and build upon it.

Noorann Matties

Noorann Matties, Rituals

Das äußere Erscheinungsbild kann als  Ausdrucksmittel genutzt werden. Die Gesamtperformance aus Frisur, Kleidung, (Körper-)Schmuck und ggf. Schminke ist der Drag einer jeden Person, selbst wenn der Drag-Begriff oft mit Drag Queens & Kings in Verbindung gebracht wird.

Wie der nackte Körper zum Ergebnis kommt, wird jedoch häufig außer Acht gelassen. Besonders das Schminken in der Öffentlichkeit wird (von Typen, die bekanntlich zu allem ihre Meinung äußern müssen) als „peinlich“ oder „oberflächlich“ angesehen – umso cooler, wenn das Nachbessern oder komplette Bemalen* schamlos außerhalb des Badezimmers stattfindet. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich mich nicht fierce fühle, wenn ich draußen meinen Lippenstift auftrage. Dieser Konventionsbruch, und sei er noch so klein, empowert mich.

Noorann Matties, Rituals

Noorann Matties fotografierte einige Menschen während ihrer Schönheitsrituale und hielt die situative Intimität fest. Entstanden sind dabei wunderschöne Fotos – wobei ich an dieser Stelle ihre gesamte Arbeit mit einem rosa Herzen markieren möchte. Die Reihe könnt ihr euch hier in ihrer Gesamtheit anschauen.

*Ich betone hier die positive Konnotation. Malen wie ein Kunstwerk gemalt wird. Es ist nämlich völlig legitim, Make-Up zu tragen und es zu lieben.

 

Chabos wissen was das Jugendwort 2013 ist

25 Nov

Die Überschrift lässt es schon erahnen: Haftbefehl haben mit ihren knapp 12 Mio. Klicks nicht nur von Offenbach aus das Internet, sondern auch die Jugendsprache aufgemischt. „Babo“ ist das deutsche Jugendwort 2013 und somit Nachfolger von „YOLO“. Im englischsprachigen Raum wurde es übrigens „Selfie“.
Neben dem Bekanntmachen des Begriffs gestehe ich Haftbefehl auch die Credits für einen ziemlich guten Beat ein. Damit eins ihn anhören kann, ohne den Text mitzuhören, haben Ticktickboom ihre eigene Version draus gemacht: Rapper wissen wer die Zecken sind.

Gerade las ich mir die Liste der 30 nominierten Jugendwörter des Jahres durch und musste feststellen, dass ich ein Viertel mit anderer Bedeutung kenne, ein großer Teil vielleicht in den frühen 2000ern relevant war, 15% noch nie gehört habe und 10% tatsächlich relevant schienen.

Bei „Babo“ muss ich sagen, dass es dieses Jahr wirklich allgegenwärtig war. In der Frankfurter U-Bahn, auf Berliner Hinterhöfen, in der niedersächsischen Kleinstadt und auf dem Freiburger Campus drehte ich mich häufig beim Klang dieses Wortes um.
Schaue ich mir die restliche Liste an, fragte ich mich allerdings oft: Why?

Gleich an zweiter Stelle steht „Hakuna Matata“, welches wohl für „alles klar“ steht. Ich muss sagen, dass ich dies häufig im Zusammenhang mit rassistischen Kommentaren über Menschen aus „dem Land Afrika“ gehört habe. In dieser Entfremdung ist es in meinem Umfeld bisher noch gar nicht aufgetreten.
Ähnlich sieht es mit „gediegen“ aus. Ich kenne es nur als Synonym für „gehoben“, „fancy“ oder „posh“, Jugendliche™ nutzen es scheinbar als „lässig“.
Laut gelacht habe ich über „genascht“ als „egal“ oder „unwichtig“: Ich stelle mir einen weißen 15-jährigen mit Cap und Akne vor, der seiner Gang über den Bahnhofsvorplatz „Macht nichts, ist genascht!“ zuruft. Zwei Minuten später ist es vermutlich dieselbe Person, die ein hübsches, vorbeilaufendes Mädchen als „Eyecandy“ bezeichnet und von seinen Chabos „hormongeflasht“ genannt wird. Bezeichnungen zur Verstärkung mit „-Lord“ enden, das kommt in dieser Gruppe vielleicht auch vor. Zum Beispiel in der heterosexistischen Variante „Gaylord“. (Mich wundert es, dass „no homo“ gar nicht vorkam, bei diesen anderen diskriminierenden Begriffen.)
Klassismus grüßt bei „Assizwerg“ und bei „Ghettocheck“ als Synonym für „unterwegs im Wohnviertel“ verwandelte meine Miene sich in ein Bitchface. (Überhaupt: Wo bleibt Bitchface? HallOooOO?) Das „Eckenkind“ ist eine Person ohne Freund_innen und die „TMI-Hose“ sind zu enge Hosen, bei denen „zu viel“ zu sehen ist. (Hoffentlich meinen sie damit keine Leggings, sonst ist meine Hand ready to schell.)

Verstört hat mich, dass „geilo meilo“ in der Liste steht. Dieses Wort verbinde ich mit dem Jahr 2003. Damals, als es cool war, diese dunkelblauen Daunenjacken von Fila oder Helly Hansen zu tragen. Damals, als die Döner-Tüte neu auf den Markt kam und alle weißen Jungs verkrampft versuchten, wie Kaya Yanar zu sprechen und nach jedem zweiten Satz „Voll konkret korrekt, Alter!“ gesagt haben. (Ja, sie versuchten es sehr stark.)

Dann gibt es diese Wörter, die seit Jahren auf dem Markt sind und schon zum festen Bestandteil meines Vokabulars geworden sind: „fame“, „awkward“, „spotten“, „Sis“ (okay, ich benutze es nicht, but still), „forever-together-Beziehung“, „in your face“ (schöne Übersetzung auch: „Da hast du’s!“/“Jetzt hab ich’s dir gegeben!“ Diese Sätze muss ich unbedingt öfter in meine Comebacks einbauen). Schöne Vorschläge, muss ich sagen. Allerdings eher dann, wenn es um das Jugendwort des Jahres 2007 gegangen wäre. So muss ich sagen: Netter Versuch, aber das kann nicht euer Ernst sein.

Mit „Fotobombing“ kommen wir dem Ganzen schon so viel näher. Diese Aktivität gibt es schon seit Jahrzehnten und wird endlich mit einem schicken Anglizismus auch in Metropolen wie Walldorf benannt – so wie damals (aka 2011) die Denkerpose unter dem Namen „Fistbowing“ ihr Comeback erleben durfte.
Witzig fand ich auch YOLBE (you only live bis Elternsprechtag) und „dezosozialisiert“ (hab ich tatsächlich schon mal gehört!).
Noch nie gehört hab ich hingegen „billow“ – wie spricht eins es überhaupt aus? – und „Movinger“. „Oberfail“ ist wohl der eingedeutschte Bruder von „epic fail“.

Von euch würde ich gern wissen, was eure „Jugendwörter“ des Jahres waren. Irgendwelche Begriffe, bei denen ihr dachtet „wooah, ich fühle mich so jugendlich, wenn ich das sage!!!11“ oder schicke Anglizismen, die ihr gern genutzt habt?

 

Die Krombergerin

12 Sep

Die fünfte Ausgabe des Fanzines Der Kromberger wurden von Frauen* gestaltet. Unter dem Titel Die Krombergerin gibt es einen Erfahrungsbericht über ein Wiedersehen einer Hiphop-Anhängerin mit der Szene, eine Anleitung für ein Blousson, Bilder aus dem Film „Nature Morte“ von Sophie Magdalena Koegl und Robert Dzabel sowie ein Essay über Emanzipation von mir. Visuell hab ich mit einer Collage und zwei Fotografien beigetragen.

Schaut es euch an, es ist schön gelungen und mit Herz entstanden. Online gibt’s das Zine hier, es gibt außerdem 66-Printexemplare. (Die auf Anfrage, ich kann mich bei Interesse erkundigen, wo und wie.)

Neu eingetroffen: Die Preziöse #2

29 Aug

IMGP2827

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