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best of 2013

19 Dez

Kaum nähern wir uns dem Jahresende, schon regnet es Rückblicke, Best Ofs und Zusammenfassungen. Ich muss gestehen, dass ich ein großer Fan dieser Dinge bin. Deshalb gibt es hier das (vorerst) letzte Mixtape für 2013 mit meinen persönlichen, dieses Jahr erschienen Lieblingsliedern.

Den Anfang macht DJ Koze mit seiner Kollaboration mit Caribou, einem Track, der eines meiner Lieblingsalben 2013 eröffnet. „We need to eat and we need to sleep and we need music“ fasst meinen persönlichen Hedonismus schon gut zusammen. (Feminismus, Katzen und wunderbare Menschen wären noch das Extra.)

Wie Nadia auf Shehadistan schreibt, haben Daft Punk mit „Get Lucky“ sich zwischen unseren Ohren eingenistet und werden so schnell nicht abhauen. Mir gefällt besonders die Pretty Pink Edit von Daughters Version.

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friend crush

28 Nov

Romantische Zweierbeziehung hier, romantische Zweierbeziehung dort: Alles wird von diesem Thema vereinnahmt. Für Freund_innenschaften bleibt wenig Raum, insbesondere dann, wenn sie einen hohen Stellenwert haben. Damit ist Schluss.

Dieses Tape ist für die fabulöse Ela. Da wir noch nicht in einer schönen Wohnung mit Katzen, kurdischem Teegeschirr und Samowar zusammenleben, uns also nicht jeden Tag sehen (nicht einmal jeden Monat!), ist es Zeit, an dieser Stelle eine Hommage an schöne Freund_innenschaften zu schreiben. Geschrieben wurde über diese Art von Liebe dennoch einiges. Ein paar solcher Songs sind auf dieser Spielliste. Andere verbinde ich einfach so mit Ela.

(Mag sein, dass andere irgendwelche dieser Stücke als RZB-Lieder interpretiert. Ich nicht.)

Mädchenträume

18 Nov

Anika und ich machten einen Thing-Swap und da ihr früher ihren Blog las, kommen mir mit dem Begriff „Mädchenträume“ viele Erinnerungen hoch. Der Blog hieß zwar „Träume eines lächerlichen Mädchens“, aber nun denn. Ich ging noch zur Schule und träumte, wie viele andere in meinem Alter wohl auch, von meinem Auszug. In die Großstadt wollte ich. In eine Altbauwohnung mit hohen Decken und großen Fenstern. In der Küche sollte ganz viel ungleiches Geschirr stehen, eine große Teesammlung und Kerzen. An die Wände würde ich, wie auch in meinem Jugendzimmer, Flyer, Poster, Postkarten, Eintrittskarten von Konzerten und Kinofilmen und Fotos aufhängen. Ich wollte so gern dieses weiße Metallbett von Ikea und eine Lichterkette durch die Schnörkel stecken. Die Bettwäsche sollte so blumig sein, wie mein Haarshampoo roch. Dann würde ich im Dunkeln auf diesem Bett sitzen, Musik (natürlich in Vinyl-Form!) hören, Räucherstäbchen anzünden, Teetrinken und innere Ruhe finden. Innere Ruhe, die von diesem Gefühl, endlich angekommen zu sein, geprägt ist.

Die Musik würde alt sein und trotzdem aktuell, inspirierend, aber irgendwie immer ein bisschen traurig.

Als ich tatsächlich auszog, merkte ich, dass so eine Altbauwohnung weder einfach zu finden, noch besonders günstig ist. Mein Plattenspieler springt ein bisschen rum, ich fand ihn für 6€ auf dem Flohmarkt und er reicht gerade so davon, um mein geliebtes Album „XX“ abzuspielen. Das Bett und die Lichterkette und diese Sache mit den Wänden und dem Tee, die hab ich trotzdem. Jugendträume sind nicht umbedingt realistische Zukunftspläne, aber sie halten uns am Leben. Sie sind dieses Licht, das niemals vergeht. Dieses eine, an das wir glauben, während wir uns der Kleinstadttristesse hingeben. Diesem großen Grau, in dessen Mitte unsere Schule platziert ist. Ein Gebäude, in dem Leistungsdruck und Aversion schon von weitem aus den Fenstern zu erkennen sind. Aber in den Pausen dieser eine Gedanke: Wenn ich hier raus bin, dann wird das schon irgendwie gut.

Dabei bin ich gar nicht enttäuscht darüber, dass mein Leben jetzt gerade nicht eins zu eins so aussieht, wie ich es mir ausmalte. Schließlich habe ich mich verändert, meine Ansprüche und Prioritäten sind andere, ich bin flexibler. Träume verändern sich mit uns. Und vielleicht schaffe ich es doch mal länger als nur für zwei Monate in so ein verdammtes Altbaugebäude in der Großstadt.

Als Anika letzte Woche ihren neuen Blog unter dem Namen Mädchenträume öffnete (ich finde, „öffnen“ ist ein passendes Wort, weil Blogs wir mich ein bisschen wie schöne Orte sind, an denen eins rumhängen kann, wie Cafés), war mein Grinsen breit, dass sie diesen Namen wählte.

Blind Date

10 Nov

Einer Person, die eins überhaupt nicht kennt, ein Mixtape zu machen, ist einerseits sehr schwer und andererseits einfach, weil es in alle Richtungen gehen darf, aber irgendwie doch einen Rahmen hat.

Für mich ist es wie ein Blind Date. Du weißt nicht, was du dir erhoffen kannst oder was dich auf der anderen Seite erwartet. Wie kleidest du dich? Lässig? Süß? Schick? Verführerisch? Ziehst du lieber fancy Unterwäsche oder gepunktete Socken an?

Einerseits willst du ganz du selbst sein, andererseits willst du so viele Facetten wie möglich zeigen. Jedenfalls ist dieses Mixtape das Ergebnis eines Mixtape-Swaps. Mal sehen, wie’s ankommt.

What pop culture taught me (pt. I)

4 Nov

Diese Woche gibt’s kein Mixtape. Dafür ein Gedicht.

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abrupt clarity

28 Okt

Vor ziemlich genau einem Jahr – es war der 3. November 2012 – habe ich meine Mitbewohnerin dieses Tape zum Geburtstag geschenkt. Uns ging es zu diesem Zeitpunkt beiden ziemlich schlecht, die Stimmung auf dieser Spielliste ist dementsprechend ziemlich melancholisch. Manche Lieder implizieren für mich totale Leere, andere geben einen Hauch von Hoffnung. Allerdings nicht genug, um mich vor nachmittags aus dem Bett zu bringen und mich dazu zu veranlassen, die Rollos hochzuziehen.

Als endgültiges Weltschmerzmixtape würde ich dieses trotzdem nicht bezeichnen, allein deshalb, weil mir ein paar Weltschmerz-Schlüsselsongs fehlen. Was ich mit diesem hier so assoziiere:
Schwarze, weite Kleidung, viele selbstgedrehte Zigaretten, kurze Tage, lange Nächte, wie ein Geist aussehen, eine leere Hülle sein, aber auch mit der depressiven Stimmung klarkommen und versuchen, sich beisammenzuhalten.

Die Musik gefällt mir immer noch sehr, gerade zu dieser Jahreszeit. Von allen Collagen, die ich je zusammengeklebt habe, ist dieses Cover eines meiner Favoriten. Für mich gibt es die Stimmung das Tapes auch genauso wieder. Jetzt aber genug Eigenlob.

Der Kälte die Zähne zeigen

21 Okt

Himmel grau, das Gelb in den Blättern bleicht auch schon aus und von nassen Fahrradsätteln will ich gar nicht erst anfangen: Wir haben’s jetzt alle verstanden, der Herbst ist da. Für einen Schattenmenschen wie mich nicht unbedingt das schlimmste, aber gute Musik bessert grundsätzlich jede Jahreszeit auf.

Deshalb habe ich die aktuelle Ausgabe der GRRRL POWER ein bisschen mit Kürbisgewürz und Zimt aufgepeppt, will heißen, meinen aktuellen Bedürfnissen angepasst.
Sind das alles Herbstlieder? Ja und nein. Die Herbstidee kam mir erst beim Erstellen des Covers und beim Sortieren der Reihenfolge. Dabei sind elektronische Beats zum wärmenden Tanzen, laute Gitarren als symbolischen Mittelfinger für jenen Regen, mir jegliche Brillensicht nimmt, gemütliche Akustiksachen für Tee und gedimmtes Licht und so winterdepressivangehauchte Klangkosmen.

Ich freue mich sehr darüber, dass eines meiner aktuellen Lieblingsstücke – „Friend Crush“ von Friends – dabei ist, ein fierces Lied über Menstruation von Respect My Fist und ein Song für alle Dauerherzschmerzis von der Tattookünstlerin Amanda Mogrim. Ich empfehle euch dringend, ihr Soundcloud auszuchecken. Vielleicht sieht es nicht nach viel Musik aus (quantitativ gesehen), aber ich liebe den Stream.

Genug von meiner Seite, hört nun gern rein, verbreitet es, esst Kürbissuppe.